Chinas Autohersteller wollen die IAA Mobility als Sprungbrett nach Deutschland nutzen, wo ihre Fahrzeuge bislang keine allzu großen Verkaufserfolge feiern. Mit Retro-Offroadern, Hightech-Stromern und Luxusschlitten zielen sie auf ein breites Publikum. Ein Überblick über die Neuen.

Die IAA Mobility (9. bis 14. September) bleibt auch im 2021 eingeführten München-Format ein Schaufenster für chinesische Hersteller, die mit ehrgeizigen Plänen auf den deutschen Markt drängen. Auch in diesem Jahr sind wieder einige selbst Autokennern bislang unbekannte Marken mit von der Partie, denen man schon bald im Straßenbild begegnen könnte. Ein Überblick über die neuen Chinesen.

212 Off-Road Vehicle

So zeigt die 212 Off Road Vehicle Co. Ltd. - auch bekannt als Off Road Automobile Company - erstmals in Deutschland ihr Modell T01. Hinter der Marke steht die Shandong Weiqiao Pioneering Group, einer der großen Industrie- und Automobilkonzerne Chinas.

Der robuste Geländewagen setzt bewusst auf klassische Optik und einen Dieselmotor. Mit einer Länge von 4,70 Metern, Allradantrieb und umfangreicher Ausstattung tritt er als Neuinterpretation des legendären BJ212 auf, der seit 1965 in China für Militär und Zivil gebaut wurde. Importeur Indimo Automotive bringt den T01 als BAW 212 für 40.000 Euro nach Deutschland. Damit soll die traditionsreiche Offroad-Linie aus China künftig auch im deutschen Straßenbild Fuß fassen.

Avatr

Die junge Marke, gegründet 2018 mit internationaler Ausrichtung, nutzt die IAA Mobility, um ihren bevorstehenden Markteintritt in Deutschland anzukündigen. Hinter Avatr stehen unter anderem Changan Automobile und Batteriehersteller CATL. In München zeigen die Chinesen mit den Modellen 06, 07, 11 und 12 gleich vier Serienfahrzeuge, die auf Premium-Anspruch in Design, Ausstattung, Leistung und Reichweite setzen. Ergänzt wird der Auftritt durch die Vorstellung eines neuen Vision Cars, das Ausblick auf künftige Entwicklungen geben dürfte.

Changan

Auch Mutterkonzern Changan nutzt die Messe für den offiziellen Deutschlandstart. Das Unternehmen, einer der wenigen zentralstaatlichen Autobauer Chinas, begann 1959 mit der Produktion des Changjiang Type 46 Jeep und zählt heute zu den vier größten Herstellern des Landes. In München stehen die Modelle Deepal S07 sowie das kleinere E-SUV Deepal S05 im Fokus. Letzteres kann nicht nur besichtigt, sondern auf dem Messegelände auch Probe gefahren werden. Termine lassen sich über die Europa-Website von Changan buchen.

Dongfeng/Forthing

Auch der chinesische Staatskonzern Dongfeng nutzt die IAA Mobility für einen Auftritt in Deutschland. Im Fokus steht dabei die Pkw-Marke Forthing, die nun offiziell nach Deutschland kommt.

Der Generalimporteur Indimo Automotive GmbH präsentiert in München gleich drei Modelle, die hierzulande angeboten werden sollen: die Vans Forthing 4 und Forthing 9 sowie die Limousine Forthing 7.

Mit 4,85 Metern Länge zielt der 4 auf das klassische Familienvan-Segment, während der 9 mit 5,25 Metern ein stattliches Raumangebot verspricht. Beide setzen auf Plug-in-Hybridantriebe. Der 4,94 Meter lange 7 wird hingegen als sogenannter REEV (Range Extended Electric Vehicle) vorgestellt. Er kombiniert einen Verbrenner als Reichweitenverlängerer mit einem 28-kWh-Akku, der für bis zu 130 Kilometer elektrische Fahrt reicht - technisch also nah am Prinzip eines Plug-in-Hybriden. Preislich startet der 7 REEV bei rund 38.000 Euro.

GAC

Ebenfalls mit internationalem Anspruch tritt die Guangzhou Automobile Group (GAC) auf. Der in Guangzhou ansässige Staatskonzern gehört zu den größten Autobauern des Landes und ist sowohl mit eigenen Marken wie Trumpchi, Aion, Hytec oder Everus präsent als auch über Kooperationen mit Toyota und Honda. Auf der IAA richtet sich der Fokus klar auf die Elektro-Marke Aion. Mit den Modellen Aion 5 und Aion UT will GAC vor allem über ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis punkten und so europäische Kunden für sich gewinnen.

Hongqi

Mit Hongqi präsentiert sich in München die traditionsreichste Automarke Chinas. Die "Rote Fahne", seit 1958 Teil des staatlichen FAW-Konzerns, galt lange als Hersteller repräsentativer Staatslimousinen für die Parteielite. Heute tritt Hongqi mit einer Mischung aus Luxusmodellen und modernen Elektrofahrzeugen auch international auf. Passend zum Anspruch wählt die Marke den Münchner Königsplatz als Bühne. Welche Fahrzeuge dort gezeigt werden, ist noch offen - opulente Auftritte sind jedoch programmiert.

Omoda/Jaecoo

Einen ganz anderen Ansatz verfolgen die Schwestermarken Omoda und Jaecoo, die zum expansiven Chery-Konzern gehören. Sie reisen mit gleich fünf Neuheiten an. Auf der Messe zu sehen sind die Elektromodelle Omoda 5 und Jaecoo 5 sowie die Plug-in-Hybride Omoda 7, Jaecoo 7 und Omoda 9. Den Marktstart in Deutschland bestreiten zunächst der Omoda 5 und der Jaecoo 7, die über ein neues Netz von rund 40 Handelspartnern vertrieben werden sollen.

Offizielle Preise für Deutschland gibt es zwar noch nicht, in Großbritannien startet der Omoda 5 EV jedoch bei umgerechnet rund 38.000 Euro, der Jaecoo 7 PHEV bei etwa 41.000 Euro.

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