Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland hat 2025 den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht. Besonders stark betroffen ist die Industrie – darunter auch die Autobranche und ihre Zulieferer. Das geht aus aktuellen Daten des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hervor.

Demnach wurden im vergangenen Jahr 17.604 Insolvenzen registriert. Damit liegt die Zahl sogar über dem Niveau der Finanzkrise 2009. Allein im Dezember 2025 zählten die Forscher 1.519 Firmenpleiten – rund 75 Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

Industrie besonders betroffen

Überdurchschnittlich häufig betroffen waren dabei Automobilzulieferer, Metallwarenhersteller und Unternehmen aus der Elektrotechnik. Seit 2021 hat sich die Zahl der Großinsolvenzen nahezu verdreifacht. Für die Autobranche verschärft sich damit der Druck entlang der Lieferketten weiter.

Laut einer Auswertung der Restrukturierungsberatung Falkensteg meldeten 2025 insgesamt 471 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als zehn Millionen Euro Insolvenz an – ein Plus von rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Keine schnelle Trendwende erwartet

Eine Entspannung ist aus Sicht der Experten nicht in Sicht. "Für viele Mittelständler ist das keine kurzfristige Konjunkturdelle mehr, sondern eine Überlebensfrage", sagte Jonas Eckhardt, Partner der Transformationsberatung Falkensteg. Auch für das Jahr 2026 sei keine Trendwende absehbar.

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