Die Volumen-Geschäftseinheit im VW-Konzern geht den nächsten Schritt ihrer Neuaufstellung. Der organisatorische Zusammenschluss der Marken Volkswagen Pkw, Skoda, Seat/Cupra sowie Volkswagen Nutzfahrzeuge erhält ein neues markenübergreifendes Steuerungsmodell. Ziel ist es, Entscheidungswege zu verkürzen, Strukturen zu verschlanken und die Effizienz der gesamten Markengruppe deutlich zu steigern. Das gab der Wolfsburger Autobauer am Mittwoch bekannt.
Kern der Neuordnung ist der neu geschaffene Markengruppenvorstand "Brand Group Core" (BGC), der künftig als oberstes Gremium die markenübergreifenden Entscheidungen trifft. Ab Januar werden die Ressorts Produktion, Technische Entwicklung und Beschaffung schrittweise zentral geführt. Auf Markenebene bleiben die Vorstände künftig auf vier geschäftssteuernde Funktionen beschränkt: CEO, Finanz-, Personal- und Vertriebsvorstand.
"Der neue Markengruppenvorstand bringt mehr Schnelligkeit und Steuerung im Sinne des markenübergreifenden Optimums. Im Fokus stehen deshalb Effizienz im Management – und eine höhere Prozessgeschwindigkeit für wettbewerbsfähigere Produkte", erklärte Thomas Schäfer, Mitglied des VW-Konzernvorstands, CEO der Marke Volkswagen Pkw und Leiter der Brand Group Core. "Die neue Governance reduziert Kosten und Strukturen – und erhöht gleichzeitig unser Effizienzniveau."
Zahl der Vorstände sinkt deutlich
Mit der Neuordnung werden die Gremien der Volumenmarken insgesamt schlanker. Bis zum Sommer 2026 soll sich die Zahl der Vorstandsmitglieder innerhalb der BGC um rund ein Drittel reduzieren. Mittelfristig plant der Konzern, auch die Managementstrukturen weiter zu vereinfachen.
Zugleich setzt Volkswagen auf eine konsequentere Nutzung von Synergien und Skaleneffekten. Operative Themen sollen innerhalb der Brand Group Core schneller umgesetzt werden, während auf Konzernebene strategische Felder wie Software und Batterietechnologie gebündelt bleiben. Regionale und fachliche Kompetenzen sollen dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen für die gesamte Gruppe entfalten, wie das Unternehmen weiter mitteilte.
Besonders groß ist das Einsparpotenzial in der Produktion. Allein in diesem Bereich rechnet der Konzern bis 2030 mit einem kumulierten Einsparvolumen von einer Milliarde Euro. Die sogenannte "Future Production Governance" sieht schlankere Abläufe in mehr als 20 Produktionswerken weltweit vor, die künftig in fünf Regionen organisiert werden. Die regionalen Leiter übernehmen marken- und länderübergreifend Verantwortung für Planung, Steuerung und Logistik. Erste Erfahrungen wurden bereits auf der Iberischen Halbinsel gesammelt, wo Werke zu einem markenübergreifenden Produktionscluster zusammengeführt wurden.
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