2026 muss das Jahr der Verlässlichkeit für die Mobilität werden. Mit diesem Anspruch hat der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) am Dienstagabend seinen Neujahrsgipfel auf dem EUREF-Campus in Berlin eröffnet. Mehr als 1.000 Gäste aus Politik, Verbänden und Automobilwirtschaft kamen im Gasometer zusammen, darunter Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) als Gastredner. 

Nach Jahren tiefgreifender Umbrüche und wachsender Unsicherheiten brauche es stabile politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, damit Mobilität in Deutschland dauerhaft bezahlbar und zukunftsfähig bleibe, so der Tenor des Branchenabends. Zwar habe die Bundesregierung zugesagt, bis zu drei Milliarden Euro für eine neue E-Auto-Förderung bereitzustellen, doch die Ausgestaltung der Förderrichtlinie sorge weiterhin für Verunsicherung. 

Klare Förderregeln gefordert 

"Unsere Kunden brauchen Planungssicherheit statt weiterer Verunsicherungen. Mobilität muss für die Menschen bezahlbar und der Antriebswechsel zur Elektromobilität machbar sein", erklärte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn laut einer vorab verbreiteten Mitteilung. Noch Ende Januar sei für viele Kaufinteressierte unklar, welche Nachweise für die Förderung erforderlich seien und wann mit der Auszahlung zu rechnen sei. Gerade diese Informationen seien jedoch entscheidend, um Kaufentscheidungen und Finanzierungskonditionen planen zu können. Peckruhn: "Was wir jetzt nicht brauchen, ist weitere Unsicherheit und Kaufzurückhaltung." 

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Nach Einschätzung des Verbandes setzt die neue Förderung nach zwei verlorenen Jahren beim Hochlauf der Elektromobilität grundsätzlich ein wichtiges Signal. Entscheidend sei jedoch, dass sie verlässlich ausgestaltet und zügig umgesetzt werde, um die Nachfrage spürbar zu beleben und mehr Fahrzeuge in den Markt zu bringen. "Der Hochlauf der Elektromobilität braucht diesen Rückenwind. Die neue Förderung kann die Nachfrage spürbar auf ein breiteres und nachhaltiges Fundament heben, wenn sie endlich verlässlich ausgestaltet und sofort implementiert wird", so Peckruhn. 

Mehr Elektrofahrzeuge im Markt sieht der ZDK zugleich als wirksamen Hebel für den Klimaschutz. Ein funktionierender Markthochlauf könne steigende CO2-Preise dämpfen und die Akzeptanz für die Transformation erhöhen. "Klimaschutz gelingt nicht über immer höhere Preise, sondern über mehr Fahrzeuge auf der Straße. Eine kluge Förderung entlastet Verbraucher und Betriebe gleichermaßen und mindert zusätzliche CO2-Preisbelastungen", sagte der Verbandschef. 

Branche im Wandel 

Neben der politischen Debatte rückte der ZDK auch den Wandel innerhalb des Kfz-Gewerbes in den Fokus. Der steigende Anteil von Frauen unter den Mechatronikern spiegele sich auch im Programm des Neujahrsgipfels wider, das mehrheitlich weiblich besetzt war. Zudem setzte der Dachverband mit der erstmaligen Verleihung eines Nachwuchstalentpreises ein Zeichen für die Fachkräfte von morgen. 

In einer Expertinnenrunde diskutierten Unternehmerinnen aus Handel und Werkstatt über die zentralen Herausforderungen der Branche – von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz bis hin zum Fachkräftemangel. "Unsere Branche wandelt sich – mit starken Frauen, jungen Talenten und innovativen Technologien. Wer heute investiert, sichert die Mobilität von morgen", betonte Peckruhn.

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