Der deutsche Gebrauchtwagenmarkt hat das Jahr 2025 insgesamt stabil beendet. Besitzumschreibungen und Preise bewegten sich laut Autoscout24 Markt-Report Q4/2025 auf Vorjahresniveau. Zum Jahresende zeigte sich jedoch ein struktureller Angebotsaufbau. Die Bestände bei Händlern nahmen zu, ebenso die durchschnittlichen Lagerreichweiten. Der Wettbewerbsdruck steigt damit spürbar.

Mit dem Anstieg der Bestände wächst für Händler die Herausforderung, Fahrzeuge gezielt zu steuern. Statt pauschaler Preisnachlässe rückt eine differenzierte, datenbasierte Bestandssteuerung in den Fokus. 2026 beginnt für viele Betriebe mit mehr Fahrzeugen auf dem Hof – und mit der Frage, wie Angebot, Nachfrage und Preise im Gleichgewicht gehalten werden können.

E-Autos gewinnen an Bedeutung, Preise unter Druck

Besonders dynamisch entwickelt sich weiterhin der Markt für gebrauchte Elektrofahrzeuge. Angebot und Nachfrage nähern sich laut Report zunehmend an. In vielen Segmenten liegen Stromer bereits auf Augenhöhe mit vergleichbaren Verbrenner-Modellen. Der Markt etabliert sich damit weiter und gewinnt für den Handel an Relevanz.

Trotz der steigenden Nachfrage stehen die Preise für gebrauchte Elektroautos wieder unter Druck. Gründe sind anhaltende Unsicherheiten bei Restwerten sowie aggressive Neuwagenangebote, die durch neue Förderimpulse begünstigt werden. Nach einer Phase geringerer Wertverluste zeichnet sich zum Jahresstart erneut ein spürbarer Preisrückgang ab.

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Politische Rahmenbedingungen beeinflussen den Markt

"Der Automobilmarkt ist mit hoher Dynamik und maßgebenden politischen Weichenstellungen ins Jahr 2026 gestartet", sagte Stefan Schneck, Deutschland‑Vertriebschef von Autoscout24 am Donnerstag. Dazu zählen Diskussionen um das Verbrenner‑Aus ebenso wie neue Förderprogramme für Elektrofahrzeuge. Diese Entwicklungen wirken sich direkt auf Angebot und Preisbildung im Gebrauchtwagenmarkt aus.

Händler müssen Schwankungen kalkulieren

Schneck rechnet damit, dass sich die Effekte der Neuwagenförderung und der Herstellerangebote in den kommenden Monaten stärker im Gebrauchtwagenmarkt zeigen werden. "Nach zuletzt merklich ausgebremstem Wertverfall werden die Preise für gebrauchte Stromer wieder deutlich unter Druck geraten", so seine Einschätzung. Für Händler bedeutet das, EV‑Bestände gezielt zu vermarkten und Kaufunsicherheiten aktiv zu adressieren.


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