Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) soll nach Vorstellung des Schaeffler-Vorstandschefs Klaus Rosenfeld bei seiner China-Reise auch die Stärken der Europäer betonen. Die Reise von Merz sei ein wichtiges Zeichen. "Wir haben in China eine Menge zu gewinnen, aber auch eine Menge zu verlieren", sagte Rosenfeld der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Sein Unternehmen, der fränkische Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler, ist massiv in China investiert. Schaeffler beliefert sowohl europäische Hersteller, die in China fertigen, als auch die stark wachsenden chinesischen Automobilfirmen. Auch Zukunftstechnologien wie etwa Komponenten für humanoide Roboter will Schaeffler in China weiterentwickeln. Das Unternehmen mit etwa 110.000 Beschäftigten ist einer der weltweit größten Zulieferer.

Abhängigkeiten in beiden Richtungen

Es gebe bekanntermaßen Abhängigkeiten der deutschen Wirtschaft von China. Welche Dimensionen und welche Bedeutung diese hätten, sei eine Bewertungsfrage. "Die Abhängigkeit ist aber durchaus eine gegenseitige Abhängigkeit", sagte Rosenfeld. "Vielleicht gelingt es, bei dieser Reise klarzumachen, dass die Abhängigkeit nicht einseitig ist."

Bei bestimmten Materialien, darunter etwa seltene Erden, aber auch bei bestimmten Technologien gebe es eine Dominanz der Chinesen, mit der man sich in Deutschland und Europa auseinandersetzen müsse. Dies könne aber durchaus gelingen.

Verteidigung "China-frei"

Andererseits gebe es in der Verteidigungsindustrie und auch bei Zukunftstechnologien wie etwa bei humanoiden Robotern besondere Bedürfnisse. Eine Lieferkette im Bereich Verteidigung müsse China-frei sein, sagte Rosenfeld, am besten auch US-frei.

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