Der Kauf eines Gebrauchtwagens ist Vertrauenssache – und birgt Risiken. Vor allem manipulierte Kilometerstände können Käufer teuer zu stehen kommen. Der Fahrzeugdatenspezialist Carvertical hat nun zum sechsten Mal untersucht, bei welchen Modellen in Deutschland im vergangenen Jahr besonders häufig der Tacho gedreht wurde.

An der Spitze steht demzufolge die Oberklasselimousine Audi A8: Bei 6,9 Prozent aller überprüften Fahrzeuge dieses Modells wurde ein veränderter Kilometerstand festgestellt. Im Durchschnitt wurde die Laufleistung um 67.844 Kilometer reduziert. Auf den weiteren Plätzen folgen der Porsche Cayenne (6,7 Prozent), der BMW X6 (5,6 Prozent), der BMW 6er (4,9 Prozent) sowie der BMW 7er (4,6 Prozent).

Besonders gravierend fällt die durchschnittliche Rücksetzung aus: Beim Cayenne lag sie bei 91.168 Kilometern, beim X6 sogar bei 95.263 Kilometern. Die geringste Abweichung meldet der Datenanalyst beim Opel Insignia: Hier lag der Mittelwert bei 31.290 Kilometern, bei einer Manipulationsquote von 3,5 Prozent (Platz 14).


Tachomanipulation in Deutschland – die 20 häufigsten Automodelle


Vergleichsweise geringes Risiko beim Opel Corsa 

Nicht alle Modelle stehen gleichermaßen im Fokus unseriöser Anbieter. Unter den 20 am häufigsten manipulierten Fahrzeugen wies der Opel Corsa das geringste Risiko auf: Bei 2,95 Prozent der geprüften Fahrzeuge wurde 2025 eine Manipulation festgestellt – mehr als doppelt so selten wie beim Audi A8, aber dennoch relevant. Konkret bedeutet das: Etwa jeder 34. Corsa könnte betroffen sein. Es folgen der Peugeot 308 mit 2,97 Prozent und der Renault Clio mit 2,98 Prozent.

Im europäischen Vergleich – Carvertical wertet Daten aus 37 Ländern aus – ergibt sich ein anderes Bild: Über alle Märkte hinweg führt der Toyota Prius mit einer Quote von 14,3 Prozent. Dahinter folgen Audi A8 (12,2 Prozent) und Volvo V70 (9,3 Prozent). 

Grundlage der Untersuchung sind Fahrzeughistorienberichte aus dem vergangenen Jahr. Die festgestellten Kilometerabweichungen wurden modellweise gebündelt und prozentual ausgewertet. Das in Litauen ansässige Unternehmen greift dafür auf Daten aus Registern, Behörden- sowie Marktplatzquellen zurück. 

Besonders hoch ist das Risiko laut Analyse bei grenzüberschreitend gehandelten Fahrzeugen. Bei Importen lassen sich frühere Laufleistungen für Käufer, teils auch für Behörden, nicht immer lückenlos nachvollziehen. Eine unabhängige Historienprüfung kann helfen, Unstimmigkeiten vor dem Kauf aufzudecken und das finanzielle Risiko zu senken.

Mehr zum Thema entdecken GW-TRENDS Zurückgedreht und verschleiert: Auch junge Gebrauchte sind kein sicheres Geschäft Autohandel Gebrauchtwagen-Markt: Verhaltener Jahresauftakt Autohandel Auto-Bestseller 2025: Viel VW, ein Aufsteiger – und ein Chinese

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.