"Gerade im Frühjahr steigt das Risiko deutlich. Wildunfälle haben im Jahr 2024 Schäden von über 1,1 Milliarden Euro verursacht. Vorausschauendes Fahren hilft, sich und andere bei Wildwechsel nicht zu gefährden“, sagte Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), am vergangenen Donnerstag in Berlin.
Kosten steigen spürbar
Die durchschnittliche Schadenhöhe ist im Vergleich zum Vorjahr von etwa 3.850 auf rund 4.100 Euro gestiegen. Gründe sind laut Käfer-Rohrbach unter anderem höhere Preise für Ersatzteile sowie gestiegene Stundensätze in Werkstätten: "Steigende Reparaturkosten treiben die Schadenhöhe nach oben. Für Versicherte bedeutet das, dass selbst kleinere Kollisionen mit Wildtieren heute deutlich teurer werden können."
Besonders hohes Risiko im Frühjahr
Wildunfälle passieren das ganze Jahr über. Besonders hoch ist das Risiko jedoch im Frühjahr, insbesondere in den Monaten April und Mai. Gefährlich sind vor allem Dämmerungsphasen, wenn Tiere unvermittelt auf die Fahrbahn laufen.
Autofahrer sollten Wildwechsel-Warnschilder ernst nehmen und ihre Geschwindigkeit anpassen, rät der Versicherungsverband. Taucht ein Tier auf der Straße auf, gelte: Abbremsen, Licht abblenden und hupen. Fernlicht oder Lichthupe sollten nicht eingesetzt werden, da geblendete Tiere dann häufig stehen bleiben.
Bremsen statt ausweichen
Ist ein Zusammenstoß nicht mehr zu vermeiden, sollte eine Vollbremsung mit festgehaltenem Lenkrad erfolgen. Ausweichmanöver können zu schwereren Unfällen führen, etwa durch Kollisionen mit Bäumen oder anderen Fahrzeugen.
Nach einem Unfall sei es wichtig, die Unfallstelle abzusichern und die Polizei zu verständigen. Verletzte oder getötete Tiere sollten nicht berührt werden. Das Bergen übernimmt der zuständige Förster oder Jagdpächter.
Für eine schnelle Schadenregulierung empfiehlt es sich, Fotos vom Unfallort, vom Tier und vom beschädigten Fahrzeug zu machen sowie eine Wildunfallbescheinigung ausstellen zu lassen.
Kaskoversicherung schützt bei Wildunfällen
Schäden am eigenen Fahrzeug durch Haarwild wie Rehe oder Wildschweine werden von der Teil- oder Vollkaskoversicherung übernommen. Viele Versicherer haben ihren Schutz inzwischen erweitert und decken auch Unfälle mit weiteren Tierarten ab.
Ein Wildunfall hat übrigens keine Auswirkungen auf den Schadenfreiheitsrabatt. Wer ausschließlich eine Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat, muss Schäden am eigenen Fahrzeug allerdings selbst tragen.
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