Zum zweiten Mal nach 2025 lud die DRS-Gruppe im März nach Wolfsburg zu ihrem exklusiven Innovations-Lab. Die Veranstaltung verstand sich erneut als ein "Raum, in dem Forschung, Technologie, Versicherer, Gutachter und Reparaturbetriebe gemeinsam denken und gemeinsam weitergehen", wie es Danny Ralf Stepputis, CEO der DRS Holding AG in seinem Vorwort zu einem eigens für diesen Anlass geschaffenen Magazin formulierte.
Mehr Extremschäden, höhere Kosten
Warum solche Modelle heute wichtiger denn je sind, begründet Stepputis damit, dass sich auch "die Rahmenbedingungen verändert haben". Extremwetterlagen nehmen zu, wie er sagt, Schadenvolumina steigen und gleichzeitig verlange der Geschädigte selbst von seiner eigenen Versicherung inzwischen mehr als früher. "Kunden erwarten Geschwindigkeit, Versicherer brauchen Transparenz und Dienstleister stehen unter einem enormen Druck, Kapazitäten zu skalieren. Wenn der Hagel kommt, bleibt keine Zeit für Grundsatzdiskussionen. Dann zählt nur, was vorbereitet ist", so der Vorstandschef des international aufgestellten Hageldienstleisters.
Alle Player auf einer Plattform
Und genau hier setzt nun sein neues Plattform-Konzept CarLogIQ an, für das Stepputis bereits im Vorjahr die Grundlagen gelegt hatte. Inzwischen hat er es auch mit "Leben", sprich den selbst für größte Massenschäden benötigten Partnern, erfüllt. Die DRS-Vision heißt Branchenlösung – also Integration von Versicherern, Werkstätten, Automobilhandel/Autohäusern, Sachverständigen mit neuestem Hagelscanner-Equipment, sowie Dienstleistern für Autoglas, Ersatzteilversorgung, Ersatzwagen, IT/Software-Unternehmen, Restwertbörsen sowie Spezialisten für Digital Intelligence.
Feststehende Partnerfirmen
In Wolfsburg als Plattform-Partner bereits fest mit an Bord zeigten sich Carglass, die Gottfried-Schultz-Gruppe, Fraunhofer IAIS, Ausrüster Habermann, die SSH Schaden-Schnell-Hilfe Sachverständigen-Organisation, Vertriebsspezialist MADE, die Hüsges Sachverständigen-Gruppe, das NORA-Zentrum Wolfsburg, Mietwagen-Unternehmer SIXT, die Software-/Kalkulations-Spezialisten CombiSystems sowie Solera Audatex AUTOonline und CARTV, welche auch Restwertbörsen betreiben, und last but not least Glasurit und Verisk.
Verständlicherweise gehört auch die DRS-Gruppe selbst der von ihr entwickelten Plattform mitsamt der DRS-Firmen Hagelschaden-Zentrum Ulm, HPI-Zentrum und weiterer integrierter Werkstätten und Dienstleister an.
Aus 632 Werkstätten sollen bis Juni über 1.000 werden
Zusätzlich lebe das Ganze mit einem großen Netzwerk, zu dem beispielsweise Anfang März bereits 632 angeschlossene Partner-Werkstätten in Deutschland gehörten. Das Kurzfrist-Ziel bis 1. Juni 2026, dem "offiziellen" Beginn der diesjährigen Hagelsaison, soll bei "über 1.000 an CarLogIQ angebundenen Werkstattbetrieben" liegen. Was Stepputis mit der Plattform vorschwebt, ist ein "End-to-End-Prozess für Hagelschäden mit 100 Prozent strukturierten Daten". Mit Blick auf ein Höchstmaß an aktueller Kunden-Information und -Zufriedenheit sollen die jeweiligen Kunden – gleichwohl ob auftraggebende Versicherungen, Schadensteuer, Flotten- und Leasinggesellschaften, Autohändler, Mietwagenbetreiber oder Endkunden/Geschädigte – die für sie wichtigen Infos jederzeit aktuell aus der Plattform abfragen können.
"Papier würde uns nur verlangsamen"
Alles, was dafür notwendig sei, existiere heute längst: "Über den Versicherer, der den Schaden aufnimmt, stehen Schadennummer und Kundendaten fest." Im Partnerverbund der CarLogIQ-Plattform finden sich zudem "hoch digitalisierte Sachverständige, die eine präzise Schadenaufnahme mittels Hagelscanner betreiben. Damit können wir im Prinzip jeder einzelnen Delle eine Nummer oder einen Namen geben, weil wir sie genau lokalisieren können und in ihrer jeweiligen Größe und Tiefe kennen". Jeder Partner auf der Plattform werde außerdem "über eine GDV-Schnittstelle oder über APE komplett digital angeschlossen sein, denn wir wollen kein Papier, das uns am Ende nur langsamer machen und Effizienz kosten würde", so Danny Stepputis.
Er sprach damit nicht zuletzt das Konzept an, welches zuvor bereits Mario Vierschilling, Senior Business Partner Car bei andsafe erörtert hatte. andsafe ist ein rein digitaler Versicherer mit Sitz in Münster, der 2019 als "Corporate Start-up" des Provinzial Konzerns gegründet wurde. Als 100-prozentige Tochter der Provinzial ist andsafe Teil der Sparkassen-Finanzgruppe und spezialisiert auf schlanke, rein digitale Gewerbeversicherungen.
"Wir wollen kein Papier und haben hier den exakt gleichen Ansatz wie andsafe. Trotzdem war es für uns als DRS ein exzellentes Sparring, weil wir sehen konnten, welchen Blickwinkel ein Versicherer auf das Thema Digitalisierung und strukturierte Daten hat", so Stepputis. Die Plattform sei letztlich in erster Linie dafür da, um dem jeweiligen Kunden zu dienen, der den Gesamtprozess am Ende auch bewertet. Deshalb sei es unerlässlich, dass jeder einzelne im Prozess beteiligte Dienstleister und Mitarbeiter wisse, "was der andere gerade tut und in welchem Status sich das Kundenfahrzeug gerade befindet".
"Für jedes Fahrzeug ein Reparaturangebot"
Was nun das flächendeckende Werkstätten-Partnernetzwerk anlangt, so habe man schon auf die erste Akquisitionsphase einen gewaltigen Interessens-Rücklauf erfahren. Aber bereits hier beginne die klare Strukturierung und Selektion: "Einen Hagelschaden kann man nicht in jeden x-beliebigen K&L Betrieb einsteuern, da viele die Reparatur eher in Form von neuen und lackierten Bauteilen sehen." Genau das sei allerdings im Hagel nicht die Regel, sondern eher als ultima ratio vorgesehen.
Ein weiteres CarLogIQ-Versprechen laute: Für jedes Fahrzeug, das über diese Plattform läuft, wird auch ein Reparaturangebot unterbreitet. Das bedeute laut Sepputis: "Wir garantieren, dass jedes Fahrzeug genauso repariert wird, wie es kalkuliert worden ist und nicht irgendwo mit einem ganz anderen Reparaturweg ,vergewaltigt' wird. Wenn ein Partner das nicht kann, bieten wir jemanden mit an, der es kann."
Zu einfachen Pauschalauszahlungen, Reparatur-Erweiterungen oder auch Reparaturwegs-Veränderungen soll es unabgestimmt also nicht kommen. "Wir haben uns den Repair-First-Ansatz auf die Fahnen geschrieben", so der oberste DRS-Chef. Denn aus den letzten Jahren habe man gelernt, dass eine lückenlose Teileverfügbarkeit nicht immer gegeben ist, weil Ersatzteile beispielsweise im Rückstand oder teilweise gar nicht lieferfähig sind.
Plattform-Nutzenvorteile
Unbenommen davon, dass auch eine Menge an CO2 eingespart und selbst Einzelfälle gesteuert werden können, biete die Plattform weitere Vorteile wie z.B.:
Schulterschluss zum BVAT
Eine weitere, essenzielle Aussage von Danny Stepputis betraf die Einbindung der Hagelpartner: "Wir wollen niemanden ausschließen. Deshalb ist auch Lars Rottmann als Präsident des BVAT heute hier." Auch zu seiner Vision äußerte sich der DRS-Manager: "Der Kunde gibt seinen Schaden auf der Plattform ab, und von da an sind wir innerhalb von Minuten, ja Sekunden, in der Lage, diesen Fall in die nächstgelegene Werkstatt zu steuern – oder zu einem präferierten Dienstleister der Versicherung. Im Idealfall bekommt unser Kunde nurmehr die abschließende Rechnung."
Möglicherweise erfolge die Schadenerfassung "schon in ein paar Jahren mit einem iPad oder einer Meta-Brille", so Stepputis. Das klinge im Moment zwar noch ein wenig wie Science Fiction. Bis es aber so weit ist, werden nach seiner Meinung "keine 10 Jahre mehr", sondern wohl eher numehr fünf Jahre vergehen.
40.000 Hagelfahrzeuge in 89 Tagen
Was möglich ist, wenn die unterschiedlichsten Übergabestellen von Fahrzeugen von der Annahme über Begutachtung, Reparatur, Endkontrolle bis Wiederauslieferung an den Kunden zentral gesteuert und stringent überwacht werden, verdeutlichte Stepputis an einem 2017 in Latein-Amerika eingetretenen Hagelschaden an 40.000 Neufahrzeugen mit komplexen Schadenbildern (wir berichteten mehrfach):
In Absprache mit dem damaligen Kunden, einem Autohersteller, habe man erstmals eine allumfassende Plattform genutzt und sämtliche Einzelaufgaben komplett übernommen. Das habe bei der Zusteuerung der Fahrzeuge – 42 unterschiedliche Modelle für sieben verschiedene Märkte – begonnen, beinhaltete zudem die eigene ET-Bestellung vorab, die Vorbereitung (v.a. Waschen) aller Fahrzeuge zur Begutachtung und für den Reparaturbeginn inklusive aller weiteren Prozesse bis zur Rückgabe an den Kunden bzw. Steuerung in die jeweils vorgesehenen Märkte.
100 Tage lautete die nicht verhandelbare Kundenvorgabe für die Reparatur, geschafft wurde der Auftrag in lediglich 89 Tagen. Bei den operativen Zahlen und den logistischen Vorkehrungen wurde klar, was an Gesamtaufwand dafür zu leisten war: Eingesetzt waren 1.267 Mitarbeiter, die mit zwei Boing 747 eingeflogen und für die dauerhaft acht Hotels vor Ort angemeietet wurden. 50 Busse brachten die Dellentechniker morgens zur Arbeit und abends wieder zurück in ihre Hotels. "In der Spitze haben wir 1.000 Fahrzeuge pro Tag repariert und auch einen neuen Weltrekord aufgestellt, weil das vor uns noch nie jemand geschafft hatte", so Danny Ralf Stepputis.
Von der KI-Forschung in die Praxis
Zum eigentlichen Auftakt des Hagel Campus Wolfsburg zeigte Sandra Hallscheidt, Leiterin des Geschäftsfeldes Machine Vision und Automation am Fraunhofer IAIS, wie heute innovative Projekte den Weg von der KI-Forschung in die Anwendung finden. Endziel der Entwicklung neuer Zukunfts- und Schlüssel-Technologien sei, damit den Menschen einen tatsächlichen Nutzen und Mehrwert zu bieten.
Am Beispiel des intern "ALVISTO" genannten Forschungsprojekts, einem KI-gestützten System zur automatischen Analyse von Oberflächen, beschrieb Hallscheidt den gesamten Entwicklungsprozess des heute von der HAST GmbH hergestellten und von der SSH Schaden Schnell Hilfe Organisation vertriebenen, aber auch in eigenen Reihen eingesetzten Hagelscanners.
Reproduzier- und Beweisbarkeit mit weltweit gültigem Standard
Das Credo, das sich die HAST zusammen mit der SSH auf die Fahnen geschrieben hat, beschrieb Co-Geschäftsführer Tino Blankenheim als neuen "Standard, um reproduzierbare Ergebnisse weltweit mit einem gleichem Fahrzeug herstellen zu können". Der Gesamtprozess eines Fahrzeuges, das durch den Hagelscanner fährt, sei stets lückenlos dokumentiert und nachvollziehbar. In Deutschland sei es zwar "nicht nötig, dass wir Dellen in den einzelnen Klassifizierungen darstellen, aber es ist bei uns trotzdem abrufbar", so Blankenheim.
Der besondere Sinn des lückenlos dokumentierten und nachvollziehbaren Prozesses werde insbesondere dann erkennbar, wenn es "doch mal zu irgendwelchen Diskrepanzen kommt und jeder Beteiligte inklusive sämtlicher Bilder sehen kann, wie es zu der betreffenden Entscheidung kam".
"Entscheidender Beitrag für Endkunden-Zufriedenheit"
SSH-Geschäftsführer Tobias Plester nahm für "seine" Sachverständigen-Organisation in Anspruch, dass sie in ihrem 55. Jahr seit Gründung "bestens auch mit Hagelschäden vertraut" ist. Das innovative Konzept mit dem Hagelscanner HAST habe man bereits ab dem Jahr 2020 aktiv innerhalb der SSH ausgerollt – nicht zuletzt deshalb, "weil die Gründer der HAST-Technologie gleichzeitig Kooperationspartner der SSH sind". Von daher konnte man "die Idee sehr schnell und griffig im Markt unterbringen und so gut weiterentwickeln, dass wir sehr davon überzeugt sind, dass diese Technologie auch bei kommenden Elementarschäden einen entscheidenden Beitrag leisten wird und höchste Zufriedenheit aus Endkundensicht erfahren wird".
"Sicherheit durch Sichtbarkeit"
Plester weiter: "Wenn wir hier also reproduzierbare Messmethodiken einsetzen und eine digitalisierte Schadenbeurteilung als Ergebnis haben mit abschließender Dokumentation, die archiviert werden kann und somit einen Beweischarakter hat, dann hilft uns das als Sachverständigen-Organisation immens, um in die Prozesse auch Ruhe reinzubringen.
Im Nachgang der Schadenerfassung via Hagelscanner müssen die Ergebnisse entsprechend interpretiert und den "teils hoch emotionalisierten Geschädigten" auch fachlich einwandfrei erklärt werden. Von daher führe Sichtbarkeit zu einer Prüfbarkeit und schließlich "zu einer organisatorischen Sicherheit". Hier kommen dann auch die Auftraggeber ins Spiel: "Denn wenn es um Revision oder regulatorische Risiken geht, müssen diese Fragen bei großen Unternehmen beantwortet werden. Entweder weil sie Kontrollmechanismen haben, oder weil sie Dokumentationspflichten erfüllen müssen. Governace und Compliance spielen ebenfalls eine Rolle." Die SSH könne deshalb schon heute die drei wichtigsten Fragen:
positiv beantworten: "Bei Eskalations- und Streitfällen, wenn unterschiedliche Wahrnehmungen nicht zueinander passen, helfen uns die Fakten, um emotionsbefreit und sehr pragmatisch die Ergebnisse zu erläutern und dem Geschädigten klar zu dokumentieren: Das ist Dein Schadensbild, über das wir hier reden und nicht das, was Du Dir wünschst." Die Technik messe, "aber der Sachverständige bewertet, plausibilisiert und verantwortet den Schaden insgesamt". Genau an dieser Stelle entstehe "Vertrauen, mit dem allen Beteiligten der Prozess widergespiegelt werden kann und etwaige Zusatzaufwände wirtschaftlich minimiert werden können".
Im besten Fall, so Plester, entstehe aus einem Schadenereignis ein Reparaturfall für die DRS-Group. Aber auch weitere Folgeprozesse wie eine fiktive Abrechnung oder ein Totalschaden u.a. mit WWW-Regulierung müsse vom SSH-Netzwerk entsprechend gehandelt werden – "und zwar so, dass der Kunde am Ende überzeugt ist, dass die Prozesse für ihn und für alle Beteiligten am besten funktioniert haben". Damit alles einwandfrei vonstatten geht, "helfen sich unsere Büros bei starkem Schadenaufkommen auch untereinander, um mit dem Scanner bestmöglich Massenschadenereignisse abzuarbeiten – mit unserer Unterstützung aus der Zentrale Hamburg".
Der Scanner im SV-Rucksack
Eine Überraschung hatte Plester noch in seiner Rucksacktasche mit nach Wolfsburg gebracht: Darin befand sich die neueste Entwicklung der HAST GmbH, ein aufblasbarer Scanner, der problemlos von A nach B transportiert werden kann.
Tino Blankenheim ergänzte, dass bereits mit der heute hinterlegten Software und KI mehrfach von Hagel getroffene Fahrzeuge auf etwaige Betrugsversuche hin gecheckt werden können: Ob also ein Vorschaden überhaupt repariert wurde, ob ein Auto mit Hagel weiter verkauft, ein unreparierter Schaden (erneut) vom gleichen oder einem neuen Halter abzurechnen versucht wird usw. "Wir wollen aktiv Manipulationen ausschließen – im Interesse von Versicherungen ebenso wie von Hagelschaden-Dienstleistern", so der HAST-Co-Geschäftsführer.
Präzise Bewertung und Prognose von Naturgefahren
Im Nachgang der SSH-Erläuterungen sprach u.a. auch Matthias Müller, Teamleiter Risiko Service NatCat der zur Münchner Rück Gruppe gehörenden Köln Assekuranz. Er stellte insbesondere die inhaltlichen und technischen Weiterentwicklungen des K.A.R.L.-Reports, einem datenbasierten Analyse- und Prognosesystem seiner Gesellschaft zur standortgenauen Bewertung von Naturgefahren, vor. Ermöglicht werde damit eine strukturierte Risikoeinschätzung für Naturkatastrophen wie Hagel, Sturm, Starkregen oder weitere wetterbedingte Extremereignisse. Grundlagen dafür sind laut Müller "umfangreiche statistische, metereologische und geowissenschaftliche Datensätze", die Eintrittswahrscheinlichkeiten und Wiederkehrperioden modellieren.
Risikoanalysen immer präziser
"Hagelschaden-Dienstleister DRS hat den K.A.R.L.-Report gezielt auf das hagelbezogene wirtschaftliche Risiko von Kfz-Lagerflächen weiterentwickelt und nutzt ihn vor allem bei Autohaus-Kunden zur Schärfung des Bewusstseins für Hagelprävention und strukturierte Vorsorge", beschrieb der Köln-Assekuranz-Manager den in die Praxis übersetzten Nutzenansatz. K.A.R.L. 6.0 erlaube "nochmals mehr Geschwindigkeit und Präzision" in der Vorhersage, damit "Risikoanalysen noch genauer, flexibler und nutzerfreundlicher gestaltet" werden können.
KI-Fahrzeugscanner Instavalo als Alleskönner
Zu KI-gestützter Schadenerkennung referierte in Wolfsburg außerdem Rainer Roeske, CSO der bundesweit tätigen und komplett digitalisierten Sachverständigen-Organisation Hüsges mit Sitz in Willich und fast 70 Jahren Markterfahrung, zusammen mit Kaan Güner, dem neuen CSO der Hüsges-Tochter Instavalo GmbH. Der KI-gestützte Fahrzeugscanner von Instavalo ist erst vor wenigen Wochen schlagartig in den Blickpunkt der Branchen-Öffentlichkeit geraten, als er sich einen überlegenen Sieg in der Kategorie "StartUp" auf der mo:re Konferenz in Berlin sichern konnte. Bei der mo:re zeichnete Mobile.de die innovativsten Softwarelösungen für den Automobilhandel aus.
Das Instavalo-System kombiniert KI-Schadenerkennung, Kameratechnik und modulare Unterboden- und Reifenscanner. Es soll Bewertungen beschleunigen, die Objektivität erhöhen und Aftersales-Potenziale sichtbar machen. "Instavalo verfolgt konsequent den Weg zur vollständigen Automatisierung der Fahrzeugzustandsbewertung", beschrieben Roeske und Güner auf dem Hagel Campus die Wertschöpfungs-Zielsetzung. Als Partner der DRS-Group und auch der HAST GmbH sei es auch bei der Hüsges Gruppe und ihrer Tochter Instavalo ein vornehmes Ziel, "in der Hagelsaison Ruhe zu erzeugen". Im schweren Hageljahr 2023 hatte man alleine in Kassel mehr als 25.000 Gutachten abgearbeitet und eine nachweislich "hohe Kundenzufriedenheit erzielt".
Die gemeinsamen Interessen der an einem Hagelschadenprozess beteiligten Parteien beschrieb Rainer Roeske wie folgt:
Mehr Wertschöpfung im Autohaus, verbesserte CR beim Versicherer
Kaan Güner verriet, dass Instavalo für "Instant Value", also eine sofortige Wertschöpfung in den Autohäusern bzw. eine sofortige Verbesserung der Combined Ratio bei Versicherungen stehe – "und zwar ganz besonders auch bei ganz ,normalen‘ Schäden".
Der KI-Scanner Instavalo decke mit seiner "ganzheitlichen Intelligenz" ein Fahrzeug komplett ab, erkenne also auch Schäden am Unterboden und liefere eine KI-basierte Schadendetektion. "Gleichzeitig erhalten wir sofort einen Reparaturauftrag, den der Scanner erstellt", so Güner. Pro Schadensfall generiere man mit dem Instavalo-Scanner eine durchschnittliche Kosteneinsparung von mindestens 500 Euro bzw. 6,5 bis 12,5 Prozent. Außerdem gebe es jetzt "keine missverständlichen Kostenvoranschläge mehr aus den Werkstätten, weil wir eben eine objektive und einheitliche Schadenbewertung haben".
CO2-Senkung
Der Scanner erstellt letztlich auch den direkten Reparaturauftrag. Und da bei Bedarf das rechtssichere Gutachten innerhalb von 15 Minuten nach dem Scan ebenfalls möglich sei, werde eine externe Prüfung obsolet.
Relevant sei außerdem die zusätzliche CO2-Einsparung, wenn der Gutachter nicht mehr zur Werkstatt fahren muss. "Bei einem CO2-Ausstoß von 180 g/km und einer Fahrtstrecke von 40 km hin und zurück haben wir eine Einsparung von 7,2 kg CO2 pro Schaden", rechnete Güner vor. Hoch gerechnet auf 2,5 Mio. regulierte Kfz-Haftpflichtschäden im Jahr entspräche das einem Einsparpotential von 18.000 Tonnen pro Jahr für die Umwelt. Innerhalb der Hüsges Gruppe sei das Scannen von 2.400 Schäden pro Tag möglich.
Den fachlichen Schlusspunkt des Hagel Campus setzte schließlich Matthias Aumann, Geschäftsführer der Mission Mittelstand GmbH und Vorstand der aumann: Grün AG, mit seinem Vortrag "Risikomanagement reicht nicht".
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