Mit dem bisherigen P7 hat sich die junge chinesischen Marke Xpeng nicht wirklich einen großen Gefallen getan. Die elektrische Schräghecklimousine entsprach in vielen Punkten nicht den Erwartungen der Kunden: nur 400- statt 800 Volt-Ladetechnnik, wenig Platz im Innenraum, kleiner Kofferraum und unpraktische Heckklappe. Kein Wunder, dass der P7 im vorigen Jahr hierzulande nur fünf Prozent des Xpeng-Absatzes ausmachte, weit abgeschlagen hinter den beiden anderen Modellen G6 und G9, beides SUV.

Aus den fünf Prozent will Xpeng-Deutschland-Geschäftsführer Markus Schrick in diesem Jahr mindesten 15 bis 20 machen. Ab sofort ist die neue Generation des P7 (Einstiegspreis 46.600 Euro) bei den Händlern, heißt jetzt P7+ und wurde komplett neu konzipiert.

Xpeng P7+: Platzkomfort auf Business-Class-Level

Mit einer Länge von etwas über fünf Metern – das derzeit größte Modell im Portfolio – ist der P7+ ausgelegt auf Raum, Reisen und Relaxen. "Wir wollten sportliches Design, Platz und Komfort bestens miteinander kombinieren", sagt Schrick. Die neue 800-Volt-Plattform erhielt einen Radstand von exakt drei Metern, was die Bequemlichkeit für die Insassen auf Business-Class-Level hievt. Selbst auf den Rücksitzen lassen sich die Knie übereinanderschlagen.

Hinter den Passagieren bleibt ein Gepäckraum von 573 Liter, bestens zugänglich durch eine bis ins Dach öffnende Hecklappe. Liegen die Lehnen flach, entsteht ein nahezu waagerechter Ladeboden, auf dem zur Not auch eine Nacht verbracht werden kann. An Volumen schluckt er bis zu 1.973 Liter. Wer geschickt packt, soll 33 Handkoffer verstauen können.

Xpeng P7+: Sprachassistenz macht Probleme

Xpeng sieht sich nicht als reinen Autobauer, eher als Technologie-Unternehmen mit starkem Bezug zu Software und Digitalisierung. Selbst die Chips im Fahrzeug sind eine Eigenentwicklung. Ganz groß geschrieben wird das Thema Künstliche Intelligenz (KI). Der Sprachassistenz allerdings hatte während der ersten Testfahrt noch einige Schwierigkeiten mit unseren Fragen.


Xpeng P7+


Dafür entschädigt der P7+ mit überragendem Geräuschkomfort, auch bei höherem Tempo gleitet die Limousine flüsterleise dahin. Hinter dem Lenkrad macht sich Minimalismus breit. Es gibt so gut wie keine physischen Schalter, alles läuft per Touch über den großen Zentralbildschirm, mit dessen Menüführung man sich schnell arrangiert hat. Prominent platziert auf der Mittelkonsole sind die beiden mit Alcantara bezogenen Ablagen für die Smartphones. Selbstverständlich wird drahtlos geladen. Erstmals gibt es in einem Xpeng zudem ein Head-up-Display.

Xpeng P7+: Zwischen sportlich und souverän

Das Fahren mit dem P7+ bildet eine gekonnte Mischung aus Sportlichkeit und Souveränität. 230 kW / 313 PS und 450 Newtonmeter Drehmoment liefern die dafür nötige Unterstützung. Auch Lenkung, Bremsen und Fahrwerk geben keinen Anlass zur Kritik, wirken professionell und sauber abgestimmt. Wer es eine Spur dynamischer im Ansprechverhalten möchte, geht aufs Display und wechselt den Fahrmodus. 

Die bereits zitierte Ruhe animiert zum Reisen, und Reisen bedeutet auch mal Rasten. Xpeng reduziert den Ladestopp fast auf das Niveau einer normalen Tankpause. Unter optimalen Voraussetzungen (Batterie-Vorkonditionierung, entsprechend starke Ladesäule) kann der Akku innerhalb von nur zwölf Minuten von zehn auf 80 Prozent seiner Kapazität befüllt werden. In dieser Disziplin spielt der P7+ klar in der Premium-Liga. 

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Xpeng P7+ mit Top-Aerodynamik 

Auch der Verbrauch kann sich sehen lassen. 16,4 kWh/100 km sagt die WLTP-Norm. Nach Ende der Testfahrt zeigte das Display 18,1 kWh / 100 km an, obwohl das Pedal nicht immer gestreichelt wurde. Nicht zuletzt hilft hier sicher die gute Aerodynamik der langen Fastback-Silhouette. Der cW-Wert von 0,21 schrammt knapp am Weltrekord für Serienfahrzeuge vorbei. Alles zusammen sorgt für eine Reichweite von 530 Kilometer. 

Sehr einfach macht Xpeng dem Kunden die Bestellung. Die drei Versionen Standard Range, Long Range und Allrad sind nahezu komplett ausgestattet, sei es in Sachen Komfort (Vordersitze mit beheizten und belüfteten Massagesitzen) oder Assistenzsysteme (26 Sensoren und Kameras rund ums Fahrzeug). Zu den wenigen Optionen, die sich ankreuzen lassen, gehören eine elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung und die Metallic-Lackierungen. 

Xpeng P7+: Made in Austria 

An Lieferzeiten verspricht die noch sehr junge chinesische Automarke nur etwa vier Wochen. Grund sind in erster Linie die Komplettausstattungen und die damit eingeschränkten Möglichkeiten der Individualisierung, zum anderen die Tatsache, dass der P7+ nicht in China, sondern bei Magna Steyr in Graz gebaut wird. Dort lässt Xpeng auch die Modelle G6 und G9 fertigen. Motto: aus Europa für Europa.

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