Die zentrale Botschaft für Europa und Deutschland lautet: BYD setzt seinen weiteren Marktausbau auch weiterhin konsequent über den Handel um. Aber der Reihe nach. Nach einer technologischen Einführung in die unterschiedlichen Geschäftsbereiche des Konzerns folgte am BYD-Headquarter die Vorstellung der vier BYD‑Marken. Im Mittelpunkt stand dabei besonders die Premium‑Marke Denza, die mittlerweile auch in den deutschen Markt eingeführt wurde.

Eröffnet wurde der Management‑Teil von Maria Grazia Davino, Regional Director BYD Europe. Sie definierte Europa klar als strategischen Kernmarkt und unterstrich die Rolle der Vertragspartner: "Die Händler sind der wichtigste Teil für uns, weil sie den direkten Kontakt zum Kunden haben. Integration beginnt für uns immer mit Dialog", so Davino. BYD verstehe sich nicht als klassischer Top‑down‑Importeur, sondern wolle Pläne transparent machen und gemeinsam mit dem Handel weiterentwickeln.

Fokus auf den stationären Handel mit guten Preisen

Die deutsche Marktperspektive stellte Lars Bialkowski, Germany Country Manager & Regional Manager BYD Europe, vor. Sein Fokus lag auf dem strukturierten Aufbau eines leistungsfähigen Händler‑ und Servicenetzes. "Wir haben aus unseren Erfahrungen gelernt und sehr klar gesagt: Die Ziele, die wir in Deutschland und Europa erreichen wollen, sind nur möglich, wenn wir den Markt wirklich verstehen und so akzeptieren, wie er ist", betonte Bialkowski. Der Netzaufbau erfolgt mit hoher Geschwindigkeit. Bereits bis Ende Mai soll die Zahl der Händler‑ und Service‑Standorte auf über 200 steigen, perspektivisch auf mehr als 300.

Entscheidend sei dabei jedoch nicht allein die Größe des Netzes, sondern dessen Funktionsfähigkeit im operativen Alltag. "Ohne offenen und partnerschaftlichen Dialog mit unseren Händlern wird es nie funktionieren. Wenn es funktioniert, entsteht für beide Seiten eine echte Win‑Win‑Situation", sagte Bialkowski. Darüber hinaus skizzierte er die strategischen Wachstumssäulen von BYD: Technologieführerschaft, eine nahezu vollständige Modellabdeckung vom Volumen‑ bis in den Premiumbereich sowie ein klar positioniertes Preis‑Leistungs‑Versprechen. Wachstum soll dabei planbar und kontinuierlich erfolgen. "Wir nennen das 'always on' – wir wollen konstant wachsen und keine starken Saisonalitäten zulassen", so der Deutschland‑Chef.


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Zentrale Lager und Nachtbelieferungen für Werkstätten 

Ein zentrales Thema für den Handel ist die Teile‑ und Serviceversorgung. Derrick Yang, Operations Director BYD Europe, erläuterte, wie BYD diesen Bereich organisatorisch absichert. Mit zentralen europäischen Lagern, nationalen Distributionszentren und Konzepten wie der Nachtbelieferung soll der Werkstattalltag stabilisiert werden. "Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen ist alles. Sie ist die grundlegende Voraussetzung für funktionierenden Verkauf und Service", machte Yang deutlich.

Ein weiterer strategischer Baustein ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur. Diego Pareschi, Director Flash Charging Business, stellte das Flash‑Charging‑Konzept von BYD vor. Extrem kurze Ladezeiten sollen zu einem zentralen Verkaufsargument werden. "Es gibt kein besseres Verkaufsinstrument, als Kunden zu zeigen, dass ein Auto in fünf Minuten geladen werden kann", so Pareschi. Der Handel spielt dabei eine aktive Rolle, da ausgewählte Standorte in den Roll‑out eingebunden werden sollen. BYD wolle in Europa nicht nur Fahrzeuge verkaufen, sondern gemeinsam mit dem Handel tragfähige Strukturen aufbauen – mit Offenheit, Umsetzungsstärke und langfristiger Perspektive, sagte Davino beim Abschied der Händlertruppe. Anwesend war zudem Ivy Lan, Operations Director BYD Europe.

Das ist BYD

BYD steht für "Build Your Dreams" und ist ein chinesischer Industrie‑ und Technologiekonzern mit Sitz in Shenzhen. Das Unternehmen wurde 1995 gegründet – ursprünglich als Batteriehersteller – und hat sich seitdem zu einem der weltweit bedeutendsten Anbieter von Elektromobilitätslösungen entwickelt. Heute zählt BYD zu den größten Herstellern von Elektro‑ und Plug‑in‑Hybridfahrzeugen weltweit.

Im Unterschied zu klassischen Autoherstellern ist BYD stark vertikal integriert. Der Konzern entwickelt und produziert zentrale Komponenten wie Antriebe, Leistungselektronik und Batterien selbst. Diese Systemkompetenz gilt als wesentlicher Wettbewerbsvorteil – insbesondere in der Elektromobilität. BYD ist kein reiner Autohersteller. Zum Konzern gehören neben dem Pkw-Geschäft unter anderem auch elektrische Busse und Nutzfahrzeuge, Batterien und Energiespeicher, Lade‑ und Energieinfrastruktur sowie Lösungen für Schienen‑ und Stadtmobilität. Mit der eigenen Blade‑Batterie zählt BYD zudem zu den technologisch führenden Anbietern im LFP‑Batteriesegment.


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