Im Ringen um eine Abwehr erhöhter US-Autozölle haben die Europäer ein G7-Handelsministertreffen in Paris für direkte Gespräche mit den Amerikanern genutzt und sich im Anschluss vorsichtig optimistisch geäußert. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte in Paris, sie hoffe auf eine Verständigung mit den USA zu den angedrohten Autozöllen. Sie habe sich dazu selbst mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer und US-Handelsminister Howard Lutnick beraten. "Und ich bin guter Hoffnung, dass wir auch diese Herausforderung gut miteinander gelöst bekommen", so Reiche.
EU-Handelskommissar Maros Sefcovic äußerte sich nach Beratungen mit dem US-Handelsbeauftragten in der französischen Hauptstadt ebenfalls zuversichtlich. Beide Seiten müssten das im Sommer 2025 vereinbarte Zollabkommen zwischen der EU und den USA umsetzen. Es gehe nun um eine schnelle Bestätigung des europäischen Zollabkommens mit den USA im EU-Parlament. Dabei setze er auf schnellen Fortschritt, sagte Sefcovic, der schon am Mittag wieder nach Brüssel abreiste, um dort am Abend über die Ratifizierung des Handelsabkommens mit den USA zu beraten.
Trump droht mit erhöhten Einfuhrzöllen für Autos aus der EU
Vergangene Woche hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, er wolle Zölle auf Autos und Lastwagen, die aus der EU in die USA eingeführt werden, von 15 auf 25 Prozent erhöhen. Er begründete das mit dem Vorwurf, die EU halte sich nicht an das vereinbarte Handelsabkommen. Die Zollerhöhungen würden vor allem Deutschland treffen.
Der französische Handelsminister Nicolas Forissier zeigte sich mit Blick auf die angedrohten US-Autozölle nach dem Treffen gelassen. "Was die Ankündigungen aus den USA in der vergangenen Woche betrifft, so handelt es sich um Erklärungen, die bislang weder bestätigt noch konkret umgesetzt wurden." Er sehe darin eher einen US-Appell an die Europäer, bei dem Thema Dampf zu machen. Das Handelsabkommen befinde sich innerhalb der EU im Abstimmungsverfahren zwischen Rat, Kommission und Parlament. "Wir befinden uns in einem normalen Prozess, der immer etwas langwierig ist."
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Paris warnt vor Alleingängen und Drohgebärden
Vor dem Hintergrund des Streits um Autozölle mahnte der Pariser Minister zu einem Schulterschluss zwischen den USA und Europa und warnte vor Alleingängen und Drohgebärden. Die transatlantischen Beziehungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten seien von entscheidender Bedeutung. "Sie müssen aus dieser Perspektive weiterhin auf Vertrauen, Vorhersehbarkeit, gegenseitigem Respekt und dem Zuhören füreinander aufbauen. Das lässt natürlich keinen Raum für einseitige Entscheidungen oder Drohungen, die Unsicherheit schaffen und geduldig aufgebaute Gleichgewichte infrage stellen", sagte Forissier. "Das ist nicht möglich."
Frankreich hat im laufenden Jahr den G7-Vorsitz. Zu den G7-Staaten gehören Deutschland, die USA, Japan, Kanada, Großbritannien, Frankreich und Italien.
Sorge um blockierte Straße von Hormus
Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus mit massiven Auswirkungen auf die Energieversorgung und den Welthandel war ebenfalls ein Sorgenthema, über das die G7-Handelsminister in Paris berieten. Vereinbart worden sei, in der kommenden Zeit zügig über Alternativen nachzudenken, die es ermöglichen können, die Risiken im internationalen Handel angesichts solcher Situationen abzusichern, sagte der französische Minister. Konkret gehe es dabei um Ausweichrouten für die blockierte Meerenge, sowohl über Land als auch über das Meer.
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