Am 2. Mai 2026 verstarb in Wachtberg/Bonn im Alter von 84 Jahren Ingo Meyer. Er wirkte bis zu seinem Ausscheiden beim ZDK im Jahre 2007 dort über 30 Jahre, verantwortlich für den großen Fachbereich "Berufsbildung". Seine Frau, Antje Woltermann, wie er ZDK-Geschäftsführerin für den Bereich "Deutscher und europäischer Fabrikatshandel", schreibt in der Trauermitteilung: "Geboren als Optimist, gegangen mit Würde. Trotz schwerer Krankheit hat er nie aufgehört, das Gute im Leben zu sehen. Mit Mut, Humor und unerschütterlicher Zuversicht blieb er bis zuletzt sich selbst treu. Seine positive Einstellung, seine Wärme und seine Energie werden uns fehlen und zugleich in uns weiterleben."

Engagierte Starthilfe

Es war 1978, als ich meine erste berufliche Arbeitsstelle antrat, beim ZDK in Bonn und dort in der "Kfz-Akademie". Mein Büroplatz lag im rechten Flügel des Parterres, er fungierte direkt gegenüber im linken Trakt. Bitte, daraus wurden bis heute 48 Jahre gemeinsamer Branchenwegstrecke. Im Rückspiegel blicke ich mit sehr großer Dankbarkeit auf diese besondere Branchenbegegnung zurück. Er nahm mich als Neuling wirklich in den ersten Jahren an die Hand. Ich konnte immer zu ihm kommen und fragen. Seine Antworten haben für mich bis heute zwei besondere Meyer-Qualitäten: Tiefgang und engagierte Hilfsbereitschaft.

Die besondere Meyer-Klasse

Dipl.-Ing. Ingo Meyer gehört für mich bis heute zu den qualifiziertesten und aktivsten ZDK-Managern. Der damalige ZDK-Präsident Fritz Haberl hat ihn in Wolfsburg entdeckt und gezielt abgeworben. Ein typischer Haberl-Wurf. Beide waren fortan ein kongeniales Duo! Meyer legte mit seinem Engagement in Sachen Berufsbild die bis heute wirkenden Wurzeln, so dass der Beruf des Kfz-Mechanikers, den er später im Verbund mit der Gewerkschaft zum "Kfz-Mechaniker" fortentwickelte für junge Menschen eine besondere Attraktivität hat. Stichwort: "Karriere mit Lehre!"

Er brachte den "Autofachmann", später den "autoKaufmann" als offizielles Ausbildungsorgan des ZDK auf den Weg. Und zuletzt eben auch das Berufsbild "Automobilkaufmann". Das unterlegte er fortlaufend mit gezielten fachlichen Sonderschauen, vor allem als Highlight zur jeweiligen "Automechanika". Unvergessen bleiben dabei seine speziellen Führungen. "Mensch Meyer, - musste ich dabei gelegentlich sagen -, jetzt bleib halt auf dem Boden!" So futuristisch, so visionär, ebenso vorausschauend hob er da in seinem Element ab – als Überflieger, denn er war stets mit Leidenschaft, mit hoher Könnerschaft bei der Sache. Und so motivierte er auch quer durch Deutschland mit seinen einmalig gestalteten Vorträgen.

Die Meyer-Botschaft: Qualifizierung

Die Zertifizierungsära geht zwar im Ursprung auf AUTOHAUS zurück, er hat die Wirkung daraus, nämlich Branchenqualifizierung - eben auch für den ganzen Bereich Verkauf - sofort verstanden und die Geschäftsstelle dafür in Bonn eingerichtet und fortentwickelt. Die BFC in Calw und Northeim gehören dem ZDK. Er war dazu dessen offizieller Vertreter. Wie viele Kilometer haben ihn dazu immer von Bonn nach Calw, später nach Northeim geführt? Er war stets mit wachem Engagement bei allen Sitzungen dabei. Die Schließung des Standortes Calw konnte auch er nicht verhindern.

Würdigung für Ingo Meyer

Es war mir am 29. Juni 2023 eine besondere Ehre und Freude, zusammen mit dem Gründer der BFC Northeim, Renault-Händler & mehr Wolfgang Hermann und ihm, für unsere Verdienste um die BFC von Helmut Peter, BFC-Vorstandsvorsitzender und der Geschäftsführerin Sylvia Gerl die "goldene Ehrennadel" der BFC verliehen zu bekommen . Nie ahnend, dass dies unsere letzte persönliche Begegnung seit 1978 werden sollte.

Danach hatten wir gelegentlich telefonischen Kontakt. Die gegenwärtige ZDK-Verbandstrennung "Handel – Handwerk", unnötig wie ein Kropf, betrieben einzig und allein durch die angestellten Geschäftsführer der Landesverbände aus Bayern und Nordrhein-Westfalen. Ein Laienwerk! Ingo Meyer war live dabei, als sein Mentor, Fritz Haberl nach großer Anstrengung die beiden Verbände 1978 unter einem Dach zusammenführte. Ingo Meyer konnte über diese nun angestrebte Unsinnigkeit nur den Kopf schütteln.

Dank für ein besonderes Lebenswerk

Die Branche sollte einem großartigen Verbandsmanager große Reputation für sein berufliches Lebenswerk zollen. Er hat das gesamte Auto-Gewerbe für uns alle bleibend bereichert. Ich sage einem einmaligen Branchenkollegen für all seine Impulse, für sein So-Sein - ja, er blieb sich bis zuletzt selbst treu, wie es in der Todesnachricht heißt, von Herzen Dank! Ein überdimensioniert gescheiter Kerl tritt ab!! Unser Mitgefühl, unser Gedenken sind bei Ante Woltermann und seinen Nächsten, die ihn in engem Kreis auf seinem letzten Weg begleiteten.

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