Nach dem starken Jahr 2025 bleibt die Stimmung im deutschen Kfz‑Handel mit Blick auf den EV‑Gebrauchtwagenmarkt verhalten. Eine Händlerbefragung von Auto1 zeigt, dass 64 Prozent der deutschen Betriebe im laufenden Jahr keine elektrifizierten Fahrzeuge handeln wollen. Weitere 24 Prozent rechnen mit weniger als 20 Einheiten. Nur 12 Prozent erwarten ein Handelsvolumen von mehr als 20 Elektro‑, Hybrid‑ oder Plug‑in‑Hybridfahrzeugen.
Damit bestätigt sich laut Auto1 ein bekanntes Muster: Das Wachstum im EV‑Handel wird weiterhin von einer vergleichsweise kleinen Gruppe spezialisierter Händler getragen, während die Mehrheit abwartet. Gründe dafür sind unter anderem Unsicherheiten bei Preisen, Restwerten und Vermarktungsgeschwindigkeit.
Sinkende Preise, zögerliche Investitionen
Auch bei der Preisentwicklung überwiegt Skepsis. Zwar rechnen 64 Prozent der Befragten mit sinkenden Preisen für gebrauchte Elektrofahrzeuge, dennoch erwarten nur 16 Prozent steigende Preise, während 20 Prozent von einer stabilen Entwicklung ausgehen. Die Zurückhaltung zeigt: Viele Händler beobachten den Markt genau, zögern aber, ihr Engagement auszuweiten – trotz zunehmender Angebotsmengen aus Leasing‑ und Flottenrückläufen.
Internationaler Handel als möglicher Hebel
Auto1 verweist in diesem Zusammenhang auf den grenzüberschreitenden Handel als Stabilitätsfaktor. Über das europaweite Netzwerk lasse sich Angebot und Nachfrage besser ausgleichen, Preisunterschiede nutzen und Standzeiten reduzieren.
Mit Blick auf 2026 bleibt die Ausgangslage ambivalent: Das Angebot an jungen gebrauchten E‑Fahrzeugen wächst, die Preise bewegen sich nach unten – gleichzeitig zögern viele Betriebe, das Segment strategisch auszubauen. Ob sich diese Zurückhaltung auflöst, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie sicher Händler Vermarktung, Preise und Liquidität einschätzen.
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