Mercedes-Benz setzt die Neuordnung seines eigenen Vertriebsnetzes fort und verkauft die Niederlassung Berlin-Brandenburg an die in Großbritannien sitzende Global Auto Holdings (GAHL). Der Vertrag wurde in dieser Woche unterzeichnet, der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung, wie der Autobauer am Dienstagabend mitteilte. Der Vollzug sei für Ende 2026 vorgesehen. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung über den Deal berichtet. 

Mit dem Käufer übernimmt ein international tätiges Familienunternehmen sieben attraktive Standorte in der Hauptstadtregion. GAHL ist bereits seit Jahren als Mercedes-Partner in Großbritannien und den USA aktiv und zählt mit einem Umsatz von über acht Milliarden US-Dollar zu den großen Handelsgruppen im globalen Autogeschäft.

Vertriebsumbau: Umsetzung liegt "voll im Zeitplan"

Der Verkauf der prestigeträchtigen Niederlassung ist Teil einer umfassenden vertrieblichen Neuausrichtung, die Mercedes-Benz im Jahr 2024 angestoßen hat. Ziel ist es, die konzerneigenen Autohäuser langfristig wettbewerbsfähig aufzustellen und in die Hände leistungsfähiger Betreiber zu übergeben.

"Unsere Ziele für die strategische Neuausrichtung unserer Niederlassungen sind klar: Wir wollen die hohe Qualität in Vertrieb und Service für unsere Kundinnen und Kunden weiter stärken, die Standorte konsequent weiterentwickeln und den Beschäftigten gute Zukunftsperspektiven bieten. Mit GAHL haben wir dafür den perfekten Partner für den weltweit größten Flagship-Store am Salzufer und die weiteren Berliner Standorte gefunden", sagte Mercedes-Vertriebschef Mathias Geisen. Der erfolgreiche Verkaufsprozess der Niederlassungen beweise die Strahlkraft der Marke. Das Interesse am Markt für die Standorte sei sehr hoch – und "die Umsetzung liegt voll im Zeitplan".

Investor GAHL: Erster Schritt in Deutschland

Für Global Auto Holdings markiert die Übernahme den Einstieg in den deutschen Markt. Der Fokus liegt nach Unternehmensangaben auf Wachstum und langfristigem Engagement. "Es ist uns eine Ehre, dass das Top-Management von Mercedes-Benz uns das Vertrauen entgegenbringt, die Marke in der deutschen Hauptstadt zu repräsentieren", betonte GAHL-Eigentümer Kuldeep Billan. Der erste deutsche Standort sei ein enorm wichtiger Schritt in der globalen Wachstumsstrategie des Unternehmens. Billan: "Wir werden kontinuierlich in das Wachstum von Mercedes-Benz Berlin und in die engagierte Belegschaft investieren."

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Die Veräußerung der Berliner Standorte reiht sich in eine Serie von Transaktionen ein. Bereits im vergangenen Jahr wurden mehrere Niederlassungen verkauft, darunter Standorte in Koblenz, Neu-Ulm, Mainz, Dortmund und Lübeck. Anfang 2026 folgten weitere Vertragsabschlüsse, unter anderem in Aachen, Kassel, Würzburg, Wuppertal, Reutlingen und Hannover (wir berichteten). Für diese Betriebe ist der Vollzug laut Mercedes noch im laufenden Geschäftsjahr geplant.

Standort Berlin mit besonderer Bedeutung

Die Niederlassung Berlin-Brandenburg umfasst sieben Betriebe mit mehr als 1.100 Beschäftigten. Eine Schlüsselrolle nimmt der Flagship-Store am Salzufer ein, der mit einer Nutzfläche von über 36.000 Quadratmetern als größtes Mercedes-Autohaus weltweit gilt.

Für die Belegschaft bleibt die Tarifbindung den Angaben zufolge ein zentraler Bestandteil der Rahmenbedingungen. Diese wurde bereits im Jahr 2024 mit Arbeitnehmervertretern vereinbart und soll stabile und planbare Arbeitsbedingungen gewährleisten.

Mit dem Einstieg von GAHL in Deutschland bekommt der Markt einen neuen internationalen Player – und die Entwicklung hin zu stärker konsolidierten Handelsstrukturen setzt sich fort.


Mercedes-Welt Berlin am Salzufer - Service-Terminal


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