Während man mittlerweile gelegentlich auch mal chinesische Elektro-Pkw auf deutschen und europäischen Straßen sieht, sind E-Lkw aus China eine absolute Seltenheit. Doch das könnte sich ändern. "Ich erwarte auch eine Offensive bei den Lkw", sagte Daimler-Truck-Chefin Karin Rådström im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Und: "Es liegt an uns, vorbereitet zu sein."

In China seien die chinesischen Lkw-Bauer sehr stark. "Dort gibt es zig verschiedene Hersteller, es wird dort eine große Konsolidierung geben müssen - aber ich denke, wir werden uns ihnen stellen müssen", sagte Rådström. Bislang gebe es bei den Lkw zwar viele Ankündigungen, aber man sehe die Fahrzeuge noch nicht bei den Kunden. "Ich denke, wir müssen konsequent daran arbeiten, innovativ zu bleiben und unsere Kosten zu optimieren", sagte die Chefin des Dax-Konzerns.

Chinesen bei E-Bussen schon weiter

Bei den elektrischen Bussen seien chinesische Hersteller schon seit über zehn Jahren in Europa aktiv, sagte Rådström, die derzeit auch Vorsitzende des Nutzfahrzeug-Ausschusses des Verbands europäischer Automobilhersteller (Acea) ist. "Sie haben Marktanteile gewonnen, aber sie haben den Markt nicht übernommen. Und wir haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, sehr profitabel und wettbewerbsfähig zu sein."

Natürlich nehme man die chinesische Konkurrenz ernst, aber man sei auch selbstbewusst in dem, was man tue. "Wir können mit ihnen genauso konkurrieren wie mit amerikanischen, europäischen, koreanischen oder japanischen Wettbewerbern", sagte Rådström.

Dax-Konzern muss Kosten senken

Der Nutzfahrzeughersteller aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart steht unter Druck, weil es zuletzt nicht rund lief. Der Gewinn war 2025 um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf zwei Milliarden Euro eingebrochen. US-Zölle und eine schwache Nachfrage in Nordamerika hatten das Geschäft stark belastet. Auch Umsatz und Absatz waren zurückgegangen. Im ersten Quartal dieses Jahres brach der Gewinn sogar um 80 Prozent ein.

Um wettbewerbsfähiger zu werden, hatte Daimler Truck bereits im vergangenen Jahr das Sparprogramm "Cost Down Europe" aufgelegt. Bis 2030 sollen damit die laufenden Kosten auf dem Heimatkontinent um mehr als eine Milliarde Euro sinken. In Deutschland sollen deshalb ungefähr 5.000 Stellen wegfallen.


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