Die Automobilverbände VDIK, VDA und ZDK machen sich gemeinsam für eine vereinfachte und europaweit einheitliche Pkw-Energieverbrauchskennzeichnung (Pkw-EnVKV) stark. Die künftigen Vorgaben müssten für Verbraucher verständlich sein und gleichzeitig rechtssicher in Vertrieb und Werbung umgesetzt werden können, teilten die Branchenorganisationen am Dienstag mit.
Hintergrund ist die geplante Neuregelung der Pkw-EnVKV im Rahmen des europäischen "Automotive Package". Die Verbände begrüßen ausdrücklich das Ziel einer europaweit harmonisierten Regelung. Einheitliche Vorgaben könnten die Vergleichbarkeit von Fahrzeugen im Binnenmarkt verbessern und die Transparenz für Kaufinteressenten erhöhen, hieß es.
Nach Auffassung von VDIK, VDA und ZDK sollte sich die Ausgestaltung der Kennzeichnung jedoch konsequent daran orientieren, ob sie einen tatsächlichen Mehrwert für Verbraucher schafft. Gleichzeitig müsse sie den Anforderungen der Praxis im Fahrzeugvertrieb gerecht werden.
Energielabel für Gebrauchtwagen wird abgelehnt
Kritisch sehen die Verbände Pläne, das Pkw-Label auf Gebrauchtfahrzeuge auszuweiten. Für einen großen Teil des Fahrzeugbestands stünden keine verlässlichen Verbrauchs- und Emissionsdaten für die einzelnen Fahrzeuge zur Verfügung.
Eine Kennzeichnung von Gebrauchtwagen würde nach Einschätzung der Branchenvertretungen entweder zu fehlerhaften Kundeninformationen führen oder umfangreiche zusätzliche Prüfungen erforderlich machen. Dies hätte einen erheblichen Kosten- und Verwaltungsaufwand zur Folge.
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Keine parallelen Datenbanken
Als Datengrundlage für die Kennzeichnung sollte nach Ansicht der Verbände das bestehende System zur Veröffentlichung der Übereinstimmungsbescheinigungen (Certificate of Conformity) genutzt werden. Der Aufbau zusätzlicher EU-Datenbanken mit weitgehend identischen Inhalten würde dagegen unnötige Doppelstrukturen schaffen.
Zudem wären zusätzliche IT-Schnittstellen erforderlich, neue Haftungsfragen zu klären und weitere bürokratische Anforderungen zu erfüllen. Bereits heute würden zentrale Fahrzeugdaten über nationale Register und europäische Austauschsysteme bereitgestellt.
Die Verbände sprechen sich außerdem klar für eine digitale Ausgestaltung der Kennzeichnung aus. Hintergrund sei, dass Fahrzeugvertrieb und Werbung zunehmend über digitale und plattformabhängige Formate erfolgen. Eine moderne Kennzeichnung müsse diese Entwicklung berücksichtigen. Vereinfachte Darstellungen könnten wichtige Informationen leicht verständlich vermitteln, während weiterführende Inhalte über digitale Kanäle bereitgestellt werden.
Chance für Verbraucher und Markt
Nach Darstellung von VDIK, VDA und ZDK bietet die geplante Reform die Möglichkeit, Verbraucherinformation, Binnenmarkt und die Transformation der Mobilität gleichzeitig zu stärken. Voraussetzung sei allerdings, dass die künftigen Regelungen klar, verhältnismäßig und praxisnah ausgestaltet werden. Nur so könne die angestrebte höhere Transparenz für Verbraucher mit den Anforderungen von Herstellern und Handel in Einklang gebracht werden.
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