Beim Modellwechsel können Autohersteller ihre Kunden auf die Probe stellen. Neues Design, neue Proportionen, neuer Antrieb, und plötzlich sieht das vertraute Auto ganz anders aus. Mercedes setzt beim neuen GLA auf die bewährte Optik. Die neue Generation greift gekonnt die Form des Vorgängers auf und entwickelt sie weiter, ohne zu provozieren. Wer bisher GLA gefahren ist, muss sich optisch kaum umgewöhnen. Das gilt sogar beim Wechsel zum Elektroantrieb.
An der Front unterscheiden sich Stromer und der später folgende Hybrid allerdings deutlich. Das Elektroauto trägt ein geschlossenes Grillpanel in Rauchglasoptik mit 608 Leuchtpunkten. Beim Hybrid sitzen 150 kleine Sterne in einem klassischen Kühlergrill. Je nach Variante und Ausstattung sind Kontur, Panel oder Zentralstern beleuchtet.
Insgesamt wirkt der auf 4,50 Meter und damit um zehn Zentimeter gewachsene SUV erwachsener und steht satter auf den 18 bis 20 Zoll großen Rädern. Sechs Zentimeter mehr Radstand bringen zudem im Fond den Platz, der bisher fehlte. Jetzt zwickt es größere Passagiere nicht mehr so schnell an den Knien. Die Füße lassen sich gut unter die Vordersitze schieben, der Kniewinkel fällt dadurch angenehmer aus als beispielsweise im flachen CLA.
Mehr Platz und luftigerer Innenraum
Das serienmäßige Glasdach verstärkt den luftigen Raumeindruck, lässt sich allerdings nicht öffnen. Später soll ein Panoramadach folgen, dessen Segmente sich einzeln von transparent auf matt schalten lassen. Im Cockpit ist der technische Fortschritt am deutlichsten zu erkennen. In seiner grundsätzlichen Anordnung folgt es der Linie der jüngsten Mercedes-Modelle, wirkt aber weniger überladen als beispielsweise der GLC oder die neue C-Klasse.
Fahrer- und Zentraldisplay sitzen unter einer Glasfläche, die sich bis zur Beifahrerseite zieht. Optional verwendet Mercedes dort einen dritten Bildschirm, auf dem der Beifahrer sein eigenes Unterhaltungsprogramm aufrufen kann. Erfreulich ist, dass Mercedes am Lenkrad wieder stärker auf fühlbare Bedienelemente setzt. Für die Lautstärke gibt es eine Walze, für Geschwindigkeitsbegrenzer und Abstandsregelung eine Wippe.
Mercedes-Benz GLA (2026)
Mehr zum Thema entdecken
Autohersteller
Neuer GLC: Bringt dieses E-Auto die Wende für Mercedes?
Autohersteller
Mercedes-Benz GLS: Mehr als nur Kosmetik
Autohersteller
Vorstellung Mercedes-Benz GLC: Schwaben-Bestseller unter Strom
Neues Betriebssystem und mehr Assistenz
Das Infotainment arbeitet mit dem neuen Betriebssystem MB.OS, die Navigation basiert auf Google Maps. Der Sprachassistent greift je nach Anfrage auf ChatGPT, Microsoft Bing oder Google Gemini zurück. Zu den neuen Assistenzfunktionen gehören ein automatisierter Spurwechsel sowie erweiterte Ein- und Ausparkfunktionen. Dabei erkennt der Wagen Parklücken bereits bei der Annäherung, ohne wie bisher zunächst an ihnen vorbeifahren zu müssen.
Der Kofferraum bietet mit 410 bis 1.400 Litern klassenübliche Maße, ist aber dank des in zwei Positionen einlegbaren Ladebodens gut nutzbar. Bei den Elektroversionen kommt unter der Fronthaube ein mit 107 Litern ungewöhnlich großer Frunk hinzu. Dort lassen sich nicht nur die Ladekabel, sondern auch eine Getränkekiste oder ein kleiner Koffer unterbringen.
Gut gelöst ist die weit aufschwingende Heckklappe. Selbst ein 1,87 Meter großer Erwachsener kann aufrecht darunter stehen, ohne mit dem Kopf anzustoßen. Für niedrige Garagen lässt sich der Öffnungswinkel begrenzen.
Drei Elektroversionen zum Marktstart
Zum Marktstart im November bietet Mercedes drei Elektroantriebe an. Das 48.600 Euro teure Basismodell GLA 200 mit 58 kWh großer LFP-Batterie leistet 165 kW/224 PS. Darüber rangiert der 200 kW/272 PS starke GLA 250+, der bei 54.978 Euro startet. Als stärkste Version kündigt Mercedes den GLA 350 4Matic mit 260 kW/354 PS an. Er beschleunigt in 5,4 Sekunden auf Tempo 100 und kostet mindestens 58.100 Euro. In den beiden stärkeren Modellen ist ein 85-kWh-Akku montiert, der nach WLTP bis zu 657 Kilometer Reichweite bietet.
Technisch hebt sich der GLA vor allem durch seine bei kompakten SUV noch nicht übliche 800-Volt-Architektur ab, die bis zu 320 kW Ladeleistung ermöglicht. Damit soll der Stromer in zehn Minuten bis zu 270 Kilometer Reichweite nachladen. Wer den Strom häufig an den besonders in Städten verbreiteten AC-Stationen zapft, kann optional einen 22-kW-Bordlader bestellen. Für das Laden an 400-Volt-Säulen ist allerdings ein optionaler DC-Konverter erforderlich.
Elektroantrieb und Anhängerbetrieb schließen sich selbst in der Kompaktklasse nicht aus. Die elektrischen Allradmodelle dürfen gebremste Anhänger mit bis zu zwei Tonnen ziehen. Die Stützlast von 80 Kilogramm reicht zudem für einen Heckträger mit drei E-Bikes. Zusätzlich erhalten die 4Matic-Varianten ein Gelände-Fahrprogramm und auf Wunsch eine transparente Motorhaube. Dabei übertragen Kameras Bilder vom Bereich vor und unter dem Auto auf den Bildschirm.
Hybridvarianten folgen 2027
Anfang 2027 folgen Hybrid-Benziner mit 48-Volt-Technik, zunächst in zwei Leistungsstufen sowie mit Front- oder Allradantrieb. Der neu entwickelte 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner wird von Geely geliefert und arbeitet mit einem in das Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe integrierten Elektromotor zusammen, der 22 kW/30 PS leistet. Bei niedriger Last kann der GLA im Stadtverkehr rein elektrisch anfahren und kurze Strecken ohne Verbrennungsmotor zurücklegen. Auch elektrisches Segeln mit mehr als 100 km/h ist unter günstigen Bedingungen möglich.
Mercedes-Maybach GLS (2027)
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.