Das Center of Automotive Management (CAM) hat seine Jahresprognose für den deutschen Elektroautomarkt angehoben. Das Institut rechnet für 2026 nun mit 825.000 bis 850.000 neu zugelassenen batterieelektrischen Pkw (BEV). Das entspräche einem Marktanteil von rund 28 Prozent. Als wichtigste Wachstumstreiber nennt CAM-Direktor Stefan Bratzel das breiter werdende Angebot attraktiver E-Modelle, neue staatliche Fördermaßnahmen sowie das anhaltend hohe Kraftstoffpreisniveau.
Elektro-Boom gewinnt weiter an Dynamik
Die optimistischere Einschätzung stützt sich auf die aktuellen Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA). Im Juli erreichten reine Elektroautos einen Marktanteil von 29,3 Prozent. Gemeinsam mit Plug-in-Hybriden entfielen erstmals 40,7 Prozent aller Neuzulassungen auf extern aufladbare Fahrzeuge. Konventionelle Verbrenner verloren dagegen weiter an Bedeutung (wir berichteten).
Besonders dynamisch entwickelten sich batterieelektrische Fahrzeuge. In den ersten sieben Monaten des Jahres wurden 446.615 BEV neu zugelassen. Das entspricht einem Zuwachs von 50,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Plug-in-Hybride legten mit plus 17 Prozent auf 194.402 Einheiten deutlich langsamer zu.
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Deutsche Hersteller verlieren Marktanteile – China-Marken auf Rekordkurs
Mit dem Hochlauf der Elektromobilität verschieben sich nach Einschätzung des CAM zugleich die Kräfteverhältnisse im Markt. Der Anteil deutscher Konzernmarken an den Elektro-Neuzulassungen sank im ersten Halbjahr von 63,5 auf 54,2 Prozent. "Insbesondere Tesla, die Stellantis-Marken und die chinesischen Hersteller können ihre Marktanteile merklich erhöhen", sagte Bratzel.
Über alle Antriebsarten hinweg erreichten chinesische Hersteller von Januar bis Juli einen Rekordmarktanteil von 6,2 Prozent. Besonders bemerkenswert: Der chinesische Autobauer BYD überholte erstmals Volvo auf dem deutschen Markt. "Die Elektromobilität und chinesische Newcomer verändern künftig die Kräfteverhältnisse im deutschen Markt nachhaltig", erwartet Bratzel.
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