Eröffnet wurde der Claims Summit von Beatrix Breuer (Director Marketing Solvd Group) und Michael Kubijowicz (Director Sales ControlExpert). Den strategischen Rahmen setzte Sebastian Lins (Chief Markets Officer Solvd Group). In seiner Keynote "What’s Coming" analysierte er die globalen Marktkräfte bis 2030: Steigende Kosten, regulatorischer Druck und neue Machtverhältnisse machten ein schnelles Umdenken erforderlich. "Die Branche muss die Transformation jetzt aktiv gestalten, sonst wird sie von ihr getrieben", appellierte Lins an das Publikum.

Visionäre Infrastruktur: Ein Ökosystem für "Peace of Mind"

Die strukturelle Antwort darauf präsentierte Dr. Dirk Vogler (CEO Solvd Group). Unter dem Motto "What We’re Building – The Next Era of Mobility" zeigte er, wie die Solvd Group die einzelnen Bausteine des Schaden- und Mobilitätsprozesses zu einem "One-Stop-Shop" für Versicherer, OEMs und Flotten zusammenführt – konsequent auf "Peace of Mind" für den Endkunden ausgerichtet. Entscheidend sei nicht das einzelne Tool, sondern die durchgängige Customer Journey. Digitale Intelligenz entfalte ihren Wert zudem erst im Zusammenspiel mit physischer Leistung – der beste KI-Agent nütze wenig, wenn der Pannenhelfer nicht schnell vor Ort ist, und der beste Communication-Agent wenig ohne ein leistungsfähiges Werkstattnetz. Die eigentliche Aufgabe liege daher in der Orchestrierung: viele Komponenten so zusammenzuführen, dass sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort ineinandergreifen.

Praxischeck: Kundenstimmen und Bar-Talks

In einer Panel-Diskussion kamen Kunden zu Wort, die den ClaimsPilot bereits im Einsatz haben und ihre Erfahrungen aus dem realen Betrieb mit dem Publikum teilten: Lorenzo Attardo (Schadenleiter, Barmenia Versicherung), Daniel Fronske (Schadenleiter, Die Bayerische), Benjamin Kuck (Sachgebietsleiter Schadenmanagement, DHL Group) und Werner Breitfuß (Global Product, Solvd Group). Der ClaimsPilot ist der Orchestrator des End-to-End-Schadenprozesses – er führt im Hintergrund zusammen, was im automatisierten Betrieb reibungslos ineinandergreifen muss. Nachdem die Lösung im Vorjahr erstmals als Entwicklungsstand vorgestellt worden war, stand in diesem Jahr die gelebte Praxis im Mittelpunkt: Wie bewährt sich der ClaimsPilot im Schadenmanagement, und welche Effekte zeigen sich für Prozesse und Kundenzufriedenheit?


Solvd Group Claims Summit 2026


Für zusätzliche Dynamik sorgten die etablierten "Claims Summit Bar-Talks", moderiert von Dr. Julian Schweins (Director Business Development, Solvd Group). Im Anschluss an ausgewählte Keynotes holte er Speaker und Gäste an die Bar, um das Gehörte aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu vertiefen – aus Sicht der Versicherungswirtschaft, aus der Automotive-Perspektive und mit internationalem Blick. Nach der Keynote von Sebastian Lins diskutierten Walter Vergani (Market & Product Manager, Quattroruote Professional, Italien), Marco Becker (Leiter Schaden, DEVK Versicherung) und Holger Büscher (Geschäftsführer, akf Mobility GmbH). Im Anschluss an die Keynote von Dr. Dirk Vogler folgten Aleksandra Wysocka (Editor-in-Chief und Mitinhaberin, Gazeta Ubezpieczeniowa, Polen), Rik Rösch (Director Procurement & Partner Management, Fleet Logistics) und Martin Herrmann (Leiter Kfz-Schaden, Gothaer Versicherung). In diesem lockeren Format ordneten sie die Inhalte ein, teilten kontroverse Meinungen und brachten neue Perspektiven ein.

Einblick in die "Agent Factory": Was es wirklich braucht

Einen Höhepunkt setzte Andreas Decker (Chief Product Strategy Officer, Solvd Group) mit seinem Vortrag "What It Really Takes". Seine Leitfrage: Wo kommen die KI-Agenten eigentlich her? Denn eine eindrucksvolle Demo baut heute fast jeder – die eigentliche Herausforderung beginnt dort, wo aus der Demo ein verlässlicher, regulatorisch sauberer Prozess werden soll, der Tausende Schäden im Jahr bewältigt. Der Sprung von einer einzelnen Demo zu einem System, das zuverlässig Tausende Fälle gleichzeitig bewältigt, ist kein größerer Prototyp – sondern ein industrieller Prozess mit ganz eigenen Anforderungen.

Als Antwort darauf nahm er das Publikum mit auf einen virtuellen Rundgang durch die "Agent Factory" – eine Forschungs- und Produktionsanlage mit acht Hallen und acht Disziplinen: Daten, Modelle (Evaluation), Wissen, Orchestrierung, Integration, Sicherheit, Betrieb und Erlebnis. In jeder Halle wurde greifbar, was im Hintergrund täglich geleistet wird, damit aus einzelnen KI-Agenten ein zuverlässiges Gesamtsystem wird – von der Datenbasis über die fortlaufende Modellbewertung und das versicherungsspezifische Fachwissen bis zur Orchestrierung vieler spezialisierter Agenten, die wie ein Orchester zusammenspielen. Besonderes Gewicht legte Decker auf die Benutzeroberfläche als den Teil, den die Kunden am Ende tatsächlich erleben.

Sein Fazit: Erst das Zusammenspiel aller Disziplinen verwandelt großartige Technik in ein großartiges Kundenerlebnis – und genau diese industrielle Tiefe ist es, die den Unterschied zwischen einer Demo und einem tragfähigen Produkt ausmacht.

Die "Mobility World": Theorie wird Praxis

Für den Claims Summit wurde die "Mobility World" neu geschaffen – eine 430 m² große Eventfläche, auf der die Gäste die neuesten Innovationen in praktischen Demos selbst erleben konnten. In geführten Touren riefen die Gäste selbst den Communication Agent an und meldeten einen Schaden. Im Hintergrund konnten sie live mitverfolgen, wie der ClaimsPilot den Fall orchestrierte – vom Anruf über die Überführung in die Werkstatt bis zur Bestellung der benötigten Ersatzteile über IG Parts. An einer weiteren Station ließ sich der Communication Agent im Hagelfall ausprobieren, inklusive der nahtlosen Weiterleitung an einen Hagel-Scanner. Besonders praxisnah wurde es beim Handwerk – der Instandsetzung von Beulen, das die Gäste direkt vor Ort verfolgen konnten. Neben den geführten Touren lud ein Marktplatz zu Gesprächen ein, an dem sich die Gäste über Themen wie Roadside Assistance, OEM Walk-In und Automotive Services sowie über aktuelle Trends u.a. aus dem Bereich AI Services informieren konnten.

Networking zum Ausklang

Der Abend fand einen stimmungsvollen Ausklang, bei dem Networking und persönlicher Austausch im Mittelpunkt standen.

Mit dem Claims Summit 2026 hat die Solvd Group gezeigt, dass sie nicht nur Technologietrends setzt, sondern mit Agentic AI, starken Partnerschaften und einer ganzheitlichen Strategie den Weg zum Claims- und Repair-Management der Zukunft ebnet. Die Branche freut sich bereits auf das Wiedersehen beim Claims Summit 2027, der am 17. Juni 2027 erneut in Langenfeld stattfinden wird.

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