Der typische BAFA-Kunde ist kein BYD-Fahrer, sondern ein Normalverdiener mit Elektroauto aus dem Volumensegment. Seit dem Förderstart am 19. Mai 2026 wurden von den über 100.000 Anträgen bereits 26.875 bewilligt.
Eine erste Aufstellung des Bundesamts liefert jetzt interessante Erkenntnisse: An der Spitze der Konzernwertung steht die Volkswagen AG mit 6.239 Förderzusagen. Dahinter folgen Tesla mit 4.590 und Stellantis mit 3.838 Bewilligungen. Erst auf Rang sieben findet sich mit BYD der erfolgreichste chinesische Hersteller, der bislang 1.338 Förderfälle verzeichnet. Das geht aus dem aktuellen BAFA-Bericht zur E-Auto-Förderung (Stand 1. August) hervor.
Das Bild widerspricht der häufig geäußerten These, die Kaufprämie komme vor allem chinesischen Herstellern zugute. Tatsächlich profitieren zunächst die großen Volumenanbieter in Europa und den USA. Hier hilft ein genauerer Blick auf die Marken und Modelle.
Skoda, Cupra und VW gehören zu den Gewinnern
Die Markenwertung wird von etablierten Herstellern geprägt. Tesla führt zwar mit 4.590 Förderfällen, dahinter folgen jedoch Skoda (2.636), Cupra (1.617), Hyundai (1.579) und Volkswagen (1.473). BYD erreicht Rang acht mit 1.338 Bewilligungen. VW ist auch hier stark vertreten. Addiert man allein Skoda, Cupra und Volkswagen, entfallen mehr als 5.700 Förderzusagen auf diese drei Marken.
Das meistgeförderte Fahrzeug ist das Tesla Model Y mit 3.067 Bewilligungen. Für den europäischen Markt wird das Modell in Grünheide bei Berlin gebaut. Zu den weiteren Fördergewinnern gehören der Skoda Elroq aus Tschechien, der Fiat 500e aus Italien, der Citroën ë-C3 aus der Slowakei, der Renault 5 aus Frankreich sowie der Cupra Born, der BMW iX1, der VW ID.3 und der Ford Explorer aus deutschen Werken. Zur Wahrheit gehört an dieser Stelle aber auch, dass Tesla das Model 3, mit 1.517 Bewilligungen auf Platz zwei, in Fremont (USA) und Schanghai (China) produziert.
China holt Marktanteile, dominiert aber nicht
Keine Frage, die BAFA-Statistik zeigt die wachsende Bedeutung chinesischer Anbieter. Leapmotor kommt auf 1.456 Förderungen, BYD auf 1.338, MG auf 352 und Xpeng auf 195 Bewilligungen. Unter den erfolgreichsten Modellen finden sich beispielsweise der Leapmotor T03, der Leapmotor B10 sowie der BYD Dolphin Surf. Diese Fahrzeuge werden derzeit außerhalb Europas produziert und profitieren damit ebenfalls von der Förderung, ohne dabei die "europäische Wertschöpfungskette" zu unterstützen.
Gleichzeitig zeigt die Statistik aber auch, dass unter den Top-Ten zahlreiche europäische Hersteller ihre Position verteidigen können. Vor allem die Volumenmarken des Volkswagen-Konzerns, aber auch Renault, Citroën, Fiat und BMW erzielen hohe Förderzahlen.
Mittlere Einkommen in der Mehrheit, BEV bevorzugt
Die Förderstatistik zeigt außerdem, dass die Kaufprämie vor allem Haushalte mit mittleren Einkommen erreicht. Knapp die Hälfte aller Bewilligungen entfällt auf Antragsteller mit einem Jahreseinkommen von bis zu 45.000 Euro (13.064 Fälle). Weitere 6.043 Förderungen gingen an Haushalte mit Einkommen zwischen 45.001 und 60.000 Euro. Zusammen entfallen damit mehr als 70 Prozent aller Bewilligungen auf Haushalte mit einem Einkommen von bis zu 60.000 Euro.
Bei den Antriebsarten dominieren reine Elektroautos das Geschehen. Von den bislang 26.875 bewilligten Fahrzeugen entfallen 24.794 auf batterieelektrische Fahrzeuge (BEV). Plug-in-Hybride kommen dabei lediglich auf 2.081 Bewilligungen. Damit sind mehr als neun von zehn geförderten Fahrzeugen reine Elektroautos. Die Förderung unterstützt somit vor allem den Absatz vollelektrischer Modelle und spielt für Plug-in-Hybride bislang nur eine untergeordnete Rolle.
Zusammenfassung: Debatte ist komplex
Die rein mathematische Auswertung der meistgeförderten Modelle spricht eher für eine Stärkung europäischer Produktionsstandorte als für eine einseitige Förderung nichteuropäischer. Von den zehn Fahrzeugen mit den meisten BAFA-Bewilligungen werden sechs in Europa produziert (Tesla, Skoda, Fiat und Citroën). Zusammen kommen die Modellvarianten bisher auf 6.211 Förderungen.
Die vier weiteren Top-Modelle stammen aus außereuropäischen Werken. Dazu gehören das Tesla Model 3, der Hyundai Inster (Südkorea), der Leapmotor T03 und der Kia EV3 (Südkorea). Sie erreichen zusammen 3.940 Förderungen. Damit entfallen auf die Top-Ten der meistgeförderten Fahrzeuge rund 61 Prozent der Bewilligungen auf europäische Produktionsstandorte und 39 Prozent auf Werke außerhalb Europas.
Auf Konzernebene kann man sogar von einer Dominanz der europäischen Herstellergruppen sprechen: Volkswagen, Stellantis, Renault und BMW vereinen zusammen 13.060 Förderzusagen auf sich. Rein chinesische Hersteller wie BYD, MG und Xpeng kommen dagegen nur auf 1.885 Bewilligungen. Selbst unter Einrechnung von Leapmotor bleibt der Abstand deutlich und erreicht hier in etwa ein Verhältnis von 7:1.
Überraschend ist der vergleichsweise geringe Anteil deutscher Premiumanbieter. BMW kommt auf 1.324 Förderfälle, Audi auf 470, Mercedes-Benz auf lediglich 292.
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