Die europäische Automobilindustrie befindet sich mitten in einer historischen Umbruchphase. Welche Hersteller die Transformation meistern, warum gerade jetzt die Weichen für die kommenden Jahre gestellt werden und weshalb Deutschland um seine industrielle Wertschöpfung kämpfen muss, darüber spricht Jürgen Stackmann auf der AUTOHAUS SommerAkademie 2026 in Oberursel.
Der ehemalige Spitzenmanager und heutige Director Future Mobility Lab an der Universität St. Gallen präsentiert in seinem Vortrag "Automotive Hersteller Update 2026: Fünf Thesen zur Zukunft der europäischen Automobilindustrie" eine Einordnung der aktuellen Entwicklungen und wagt zugleich einen Blick nach vorn.
Europas Autobauer unter Druck
Stackmann sieht die Branche vor dem größten Strukturwandel seit Jahrzehnten. Gleich mehrere tiefgreifende Veränderungen treffen die Hersteller gleichzeitig: Elektromobilität, Digitalisierung, neue Wettbewerber, geopolitische Verschiebungen und veränderte Kundenanforderungen verändern die Spielregeln nachhaltig.
Dabei sind die Auswirkungen keineswegs gleich verteilt. Vor allem traditionelle Volumenhersteller stehen vor großen Herausforderungen, während andere Marktteilnehmer von neuen Technologien und flexibleren Strukturen profitieren können.
Mehr als ein klassisches Sparprogramm
In seinem Vortrag zeigt Stackmann, dass die Transformation längst begonnen hat. Die Hersteller reagieren bereits mit tiefgreifenden Veränderungen, die deutlich über klassische Effizienzprogramme hinausgehen. Produktionsstandorte werden neu bewertet, Organisationen umgebaut und Geschäftsmodelle grundlegend hinterfragt.
Gleichzeitig verlagern sich Wertschöpfung und Wettbewerb zunehmend in neue Bereiche. Software, Daten und digitale Ökosysteme gewinnen an Bedeutung und verändern das Verständnis von Mobilität nachhaltig.
Warum Deutschland jetzt handeln muss
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Analyse ist die internationale Neuordnung der Automobilindustrie. Während Deutschland in Teilen Wertschöpfung verliert, entstehen weltweit neue Kompetenzzentren. Die künftigen Gewinner werden nach seiner Einschätzung jene Unternehmen sein, die technologische Innovationen konsequent in marktfähige Geschäftsmodelle übersetzen.
Dennoch sieht Stackmann durchaus Chancen für die europäischen Hersteller. Starke Marken, hohe Ingenieurskompetenz und jahrzehntelange industrielle Erfahrung seien weiterhin wichtige Wettbewerbsvorteile. Entscheidend sei jedoch die Geschwindigkeit und Konsequenz, mit der notwendige Veränderungen umgesetzt werden.
"2026 ist ein Jahr der Entscheidungen"
Seine zentrale Botschaft bringt Stackmann auf einen prägnanten Nenner: "2026 ist kein Jahr der Krise, sondern ein Jahr der Entscheidungen. Die Gewinner von morgen werden nicht die größten Hersteller sein, sondern die konsequentesten Veränderer."
Damit verspricht der Vortrag einen ebenso kritischen wie zukunftsorientierten Blick auf die Lage der europäischen Automobilindustrie und liefert Führungskräften aus Handel, Herstellerorganisationen und Mobilitätswirtschaft wertvolle Impulse für die strategische Ausrichtung ihrer Unternehmen.
Die AUTOHAUS SommerAkademie 2026 vom 2. bis 4. September in bietet den Teilnehmern damit die Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen einzuordnen und wichtige Trends aus erster Hand zu diskutieren. Weitere Infos und Anmeldung!
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