Genesis, die Premiummarke der Hyundai Motor Group, macht Tempo – und schreckt auch in Europa nicht vor den Platzhirschen im Luxus-Segment zurück. Genesis war weltweit die schnellste Luxusmarke, die die Schwelle von einer Million verkauften Fahrzeugen knackte – in nur sieben Jahren und knapp neun Monaten. Bis zum Jahr 2030 sind zudem 22 globale Produkteinführungen geplant.

Aber: Der deutsche Automobilmarkt gilt für internationale Neulinge traditionell als extrem schwieriges Pflaster – insbesondere, was das Premiumsegment betrifft. "Der deutsche Luxusmarkt ist eine harte Nuss", räumt Peter Kronschnabl, Managing Director von Genesis Motor Europe, unumwunden ein. Woran das liegt, ist für den Branchenkenner offensichtlich: "Die drei größten weltweiten Premiumhersteller kommen aus Deutschland. Die haben natürlich auch ein Vermächtnis von teilweise über 100 Jahren. Damit verankert sich eine Marke tief im Bewusstsein von Kunden."

Peter Kronschnabl, Managing Director von Genesis Motor Europe: "Vor allen Dingen im Premiumsegment weiß jeder, dass wir mit EV-only gewisse Kundengruppen ausschließen." © Foto: Genesis

Genesis ist dagegen erst seit 2021, also bislang erste fünf Jahre, in Deutschland und Europa präsent. Wer heute auf das angebotene Modellportfolio schaut, stößt auf vollelektrische Modelle: den kompakten GV60, die Business-Limousine Electrified G80 sowie das SUV Electrified GV70. Das Ziel für die kommenden Jahre ist klar definiert: Bis 2030 soll der Absatz in Europa verfünffacht werden.

Um dieses Wachstum zu stemmen, setzt Genesis in Europa außerdem auf ein skalierbares Händlernetz-Modell statt auf reine Direktverkäufe. Dabei sollen starke Synergien mit der Muttergesellschaft Hyundai Motor Group genutzt werden. Kurze Wege und eine gewisse Startup-Mentalität machen den koreanischen Konzern so schnell. "Bei Genesis sind viele Themen, weil wir ein zehn Jahre altes Unternehmen sind, noch nicht fest etabliert", erklärt Kronschnabl. Diese fehlende, oftmals schwerfällige Prozesskultur erlaube schnelle Abkürzungen bei Entscheidungen.


Genesis Neolun und GV60 Magma


Gleichzeitig passt sich Genesis den realen Marktbedingungen an. Die einst ausgerufene "EV-only"-Strategie für Europa wurde zurückgenommen. "Vor allen Dingen im Premiumsegment weiß jeder, dass wir mit EV-only gewisse Kundengruppen ausschließen", so Kronschnabl. Daher wird die Marke ab Ende des nächsten Jahres wieder Fahrzeuge mit Hybridantrieben und elektrischen Range-Extendern in Europa anbieten.

Im Vordergrund steht dabei stets das Kundenerlebnis, das sich maßgeblich vom deutschen Wettbewerb unterscheiden soll. Die Philosophie basiert auf dem koreanischen "Son-Nim"-Konzept, was so viel wie "Geschätzter Gast" bedeutet. Proaktive Mitarbeiter, sehr hochwertige Materialien im Innenraum und umfassende Servicepakete – bis hin zum "Pickup and Delivery"-Service, bei dem das Auto für die Inspektion geholt und ein Ersatzwagen gebracht wird – sollen im Premium-Segment den Unterschied machen.


Genesis Magma GT Concept


Und was bringt die nahe Zukunft? Noch in diesem Jahr feiert mit dem GV60 Magma das erste Hochleistungsmodell der Marke seinen europäischen Marktstart. Zudem enthüllte Genesis in Frankreich eine weiterentwickelte Version des Magma GT Concept (wir berichteten). Der zweisitzige Luxus-Grand-Tourer könnte mit seinem markanten Design zur Kampfansage an die etablierten Sportwagenhersteller werden.

 Voraussichtlich im kommenden Jahr dürfte mit dem GV90 außerdem ein großes elektrisches Luxus-SUV folgen. Einen konkreten Ausblick darauf gab bereits das 2024 vorgestellte Neolun Concept. Genesis scheint jedenfalls nicht vorzuhaben, den Fuß vom Gas zu nehmen.


Genesis X Skorpio


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