Die italienische Investmentgesellschaft Patritalia will Ducati vom Volkswagen-Konzern übernehmen. Nach eigenen Angaben hat die erst 2025 gegründete Holding Audi ein Angebot über 2,5 Milliarden Euro für sämtliche Anteile an dem Motorradhersteller unterbreitet. Ducati bestätigt das Angebot zwar nicht, dementiert eine mögliche Veräußerung aber auch nicht grundsätzlich.
Angebot über 2,5 Milliarden Euro
Wie aus einer von Patritalia veröffentlichten Dokumentation hervorgeht, bekundete das Unternehmen erstmals am 1. Juni offiziell sein Übernahmeinteresse. Audi antwortete darauf am 22. Juni. Den Inhalt des beigefügten Schreibens macht Patritalia zwar nicht öffentlich, bestätigt in seiner anschließenden Korrespondenz jedoch selbst, dass Ducati derzeit nicht zum Verkauf stehe.
Trotzdem reichte die Holding am 25. Juni ein sogenanntes indikatives Angebot über 2,5 Milliarden Euro ein. Die Summe soll bei Abschluss eines Kaufvertrags und Übertragung der Anteile vollständig in bar gezahlt werden. Steuern, Schulden und sonstige Verpflichtungen Ducatis sind ausdrücklich nicht Teil des genannten Kaufpreises. Einen Finanzierungsnachweis stellte Patritalia für den Fall in Aussicht, dass Audi Gespräche aufnehmen sollte.
Das ursprünglich bis zum 31. Juli gültige Angebot sollte nach Vorstellung des Interessenten eine Übernahme bis Ende 2026 ermöglichen. Patritalia erklärt nun, es bei Bedarf verlängern zu wollen. Das Unternehmen verfolgt nach eigener Darstellung das Ziel, bedeutende italienische Marken aus ausländischem Besitz zurückzuholen.
Ducati wollte sich gegenüber unserer Redaktion weder zu dem Angebot noch zu möglichen Verkaufsüberlegungen konkret äußern. Laufende Bewertungen und hypothetische Szenarien kommentiere man grundsätzlich nicht, teilte das Unternehmen mit. Ducati sei ein starkes und erfolgreiches Unternehmen, Portfolioüberprüfungen seien Teil einer verantwortungsvollen Konzernsteuerung. "Aktuell wurde keine Entscheidung hinsichtlich eines Verkaufs von Ducati getroffen", heißt es in der Stellungnahme.
Damit ist die Abgabe eines Angebots durch Patritalia dokumentiert, nicht jedoch eine Verkaufsabsicht des Volkswagen-Konzerns.
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