Der frühere ZDK-Präsident Jürgen Karpinski hat die Spitzenvertreter des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes aufgefordert, die bestehende Doppelstruktur von ZDK und BIV-Kfz grundsätzlich zu hinterfragen. In einem offenen Brief an Verbandsrepräsentanten, Ehrenamtsträger und Unternehmer plädiert er für eine offene Diskussion über eine gemeinsame Organisation von Handel und Handwerk. 

Kritik an Trennung und Kosten 

Auslöser des Schreibens ist ein gemeinsamer Brief der Hauptgeschäftsführer von ZDK und BIV-Kfz (Bundesinnungsverband). Deren Bekenntnis zu mehr Zusammenarbeit begrüßt Karpinski ausdrücklich, erinnert jedoch daran, dass die Einheit von Handel und Handwerk über Jahrzehnte das Erfolgsmodell des Kraftfahrzeuggewerbes gewesen sei. "Nur gemeinsam sind wir stark", schreibt der ZDK-Ehrenpräsident.

Zugleich kritisiert er die Folgen der Trennung beider Organisationen. Nach seiner Kenntnis seien erhebliche Mittel "bis in den sechsstelligen Bereich" für Rechtsberatung und juristische Auseinandersetzungen ausgegeben worden. "Jeder Euro, der für vermeidbare interne Streitigkeiten, juristische Auseinandersetzungen und organisatorische Abgrenzungen ausgegeben wird, fehlt an anderer Stelle für die eigentliche Aufgabe: die kraftvolle Vertretung unserer Mitgliedsbetriebe."

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Branche braucht maximale Schlagkraft 

Im Zentrum seines Appells steht die Frage nach der künftigen Verbandsstruktur: "Wenn Handel und Handwerk zusammengehören – warum brauchen wir dann dauerhaft zwei Verbände?"

Angesichts der Herausforderungen durch Digitalisierung, neue Antriebe, Regulierung und Fachkräftemangel brauche das Kfz-Gewerbe maximale Schlagkraft, so Karpinski weiter. Deshalb müsse offen diskutiert werden, welche Organisationsform den Mitgliedsbetrieben künftig am besten diene. 

Zum Schluss seines Briefes wirbt der langjährige Verbandspräsident für eine Rückkehr zu einer gemeinsamen Interessenvertretung: "Handel und Handwerk gehören zusammen. Nicht nur in Sonntagsreden. Nicht nur in gemeinsamen Erklärungen. Sondern auch organisatorisch." 

Den vollständigen offenen Brief von Jürgen Karpinski können Sie hier im Original-Wortlaut herunterladen. Jetzt lesen und selbst ein Bild machen!

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