Die staatliche Elektro-Förderung hinterlässt deutliche Spuren in den Bestellbüchern der Autobauer. Nach Angaben des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) sind die Auftragseingänge für batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) bei den ausländischen Marken im Vergleich zum Vorjahr um 162 Prozent gestiegen. Damit übertrifft das Wachstum die Entwicklung des Gesamtmarktes (plus 94 Prozent) deutlich. 

VDIK-Präsidentin Imelda Labbé sprach am Dienstag von einem "Run auf E-Autos" in Deutschland. "Vor allem europäische Hersteller profitieren aktuell von der E-Prämie der Bundesregierung. Über 80 Prozent der geförderten Fahrzeuge gehören zu Marken, die mindestens ein BEV-Modell in Europa produzieren", sagte sie laut einer Mitteilung.

Elektroautos als Markttreiber 

Die hohe Nachfrage schlägt sich seit Monaten in den Zulassungszahlen nieder. Im Juli wurden in Deutschland 78.609 batterieelektrische Pkw neu zugelassen (wir berichteten). Das entspricht einem Plus von 61,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Marktanteil der Stromer stieg dadurch auf 29,3 Prozent und lag damit fast elf Prozentpunkte über dem Niveau des Vorjahres. 

VDIK-Mitglieder konnten ihre BEV-Zulassungen laut Verband im Juli sogar um 93,9 Prozent auf 38.864 Fahrzeuge steigern. Ihr Marktanteil erreichte damit 49,4 Prozent. Auf Jahressicht kommen die internationalen Marken inzwischen auf 45,5 Prozent des deutschen Elektroautomarktes.

Alternative Antriebe gewinnen deutlich an Bedeutung 

Insgesamt legten die Neuzulassungen von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben im Juli um 22,1 Prozent auf 185.601 Einheiten zu. Ihr Anteil am Gesamtmarkt stieg auf 69,2 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte dieser Wert noch bei 57,4 Prozent gelegen.

Seit Jahresbeginn wurden damit bereits mehr als 1,15 Millionen Pkw mit alternativem Antrieb neu zugelassen. Das entspricht einem Wachstum von 21,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. 

Plug-in-Hybride bleiben auf Wachstumskurs 

Neben den reinen Elektroautos entwickelten sich auch Plug-in-Hybride (PHEV) positiv. Im Juli kamen 30.609 Fahrzeuge mit Stecker neu auf die Straße, ein Zuwachs von 12,5 Prozent. Ihr Marktanteil stieg auf 11,4 Prozent. 

Zusammen mit BEV und Brennstoffzellenfahrzeugen erreichten E-Fahrzeuge im weiteren Sinne 109.220 Neuzulassungen. Das entspricht einem Plus von 44,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Marktanteil kletterte auf 40,7 Prozent. 

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Hybridmodelle stabil, Flüssiggas mit starkem Plus 

Hybrid-Pkw ohne externe Lademöglichkeit behaupteten trotz leichter Rückgänge ihre starke Position. Mit 74.675 Neuzulassungen lagen sie lediglich 0,7 Prozent unter dem Vorjahreswert und erreichten einen Marktanteil von 27,9 Prozent. 

Deutlich stärker fiel das Wachstum bei Flüssiggasfahrzeugen aus. Hier verzeichnete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im Juli 1.705 Neuzulassungen, ein Plus von 59,2 Prozent.

Benziner und Diesel verlieren weiter 

Während Elektro- und Hybridfahrzeuge Marktanteile gewinnen, setzt sich der Niedergang klassischer Antriebe fort. Die Zahl der Benziner-Neuzulassungen sank im Juli um 29,7 Prozent auf 50.732 Einheiten. Diesel verloren 21,8 Prozent und kamen auf 31.703 Fahrzeuge. 

Zusammen erreichten beide Antriebsarten nur noch einen Marktanteil von 30,7 Prozent. Damit stellen alternative Antriebe inzwischen mehr als zwei Drittel aller neu zugelassenen Pkw in Deutschland.

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