Continental hat im Rahmen eines EU-Projekts zur Kreislaufwirtschaft bei Elektrofahrzeugen einen Pkw-Konzeptreifen entwickelt, der zu rund 43 Prozent aus recycelten Materialien besteht. Darüber hinaus entfallen rund 13 Prozent auf erneuerbare und weitere 25 Prozent auf massenbilanzzertifizierte Rohstoffe. Insgesamt stammen damit mehr als 80 Prozent der eingesetzten Materialien aus diesen drei Kategorien.

Entstanden ist der Konzeptreifen im EU-Projekt ZEvRA, das die Kreislaufwirtschaft von Elektrofahrzeugen entlang der gesamten Wertschöpfungskette voranbringen soll. Das Kürzel steht für „Zero Emission Electric Vehicles Enabled by Harmonized Circularity“. Das auf drei Jahre angelegte Projekt läuft 2026 aus; Continental ist der einzige Reifenhersteller in dem aus 28 Projektpartnern bestehendem Konsortium.


Reifenentwicklung bei Continental


Bei dem Konzeptreifen kommen unter anderem recyceltes Tallöl, wiederaufbereiteter Stahl, Kautschuk aus Altreifen und Polyestergarn aus gebrauchten PET-Flaschen zum Einsatz. Zudem nutzt Continental Verfahren wie die Pyrolyse, bei der Industrieruß aus Altreifen zurückgewonnen wird. Der Konzeptreifen soll zeigen, welches Potenzial eine stärker kreislauforientierte Reifenproduktion bereits heute bietet. Die gewonnenen Erkenntnisse will Continental für die Weiterentwicklung entsprechender Materialien und Verfahren sowie für einen steigenden Recyclinganteil künftiger Reifengenerationen nutzen.

Für deren Einsatz im industriellen Maßstab fordert der Hersteller allerdings verlässliche und europaweit abgestimmte Rahmenbedingungen. Dazu zählen einheitliche Definitionen für recycelte Materialien, klare Kriterien zur Anerkennung aufbereiteter Stoffe als Recyclingrohstoffe sowie international vergleichbare Verfahren zur Anrechnung von Stoffströmen. Zudem müssten Recyclingkapazitäten, Infrastruktur und belastbare Lieferketten ausgebaut werden. Vorgaben für eine entsprechende Berechnung und Rechenschaftspflicht sollten nach Ansicht von Continental gemeinsam von Politik und Wirtschaft entwickelt werden sowie transparent, verbraucherverständlich und möglichst unbürokratisch ausfallen.

Seit einigen Jahren arbeitet die Reifenindustrie verstärkt daran, Stoffkreisläufe zu schließen und den Einsatz neuer Rohstoffe zu verringern. So verwendet Continental seit 2022 Polyestergarn aus recycelten PET-Flaschen für die Karkassen ausgewählter Serienreifen. Mit dem UltraContact NXT brachte der Hersteller 2023 zudem einen Reifen auf den Markt, der zu bis zu 65 Prozent aus erneuerbaren, recycelten und massenbilanzzertifizierten Materialien besteht. Im gesamten Reifenportfolio von Continental lag der Anteil eingekaufter erneuerbarer und recycelter Produktionsmaterialien 2025 nach Unternehmensangaben bei 28 Prozent. Bis 2030 soll er auf mindestens 40 Prozent steigen.

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