Angesichts neuer gegenseitiger Angriffe am Persischen Golf haben die Ölpreise im frühen Handel weiter zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im November kostete zuletzt 99,04 US-Dollar. Das entspricht einem Aufschlag von gut 1,1 Prozent im Vergleich zum Vortag. In der Spitze stieg der Brent-Preis am frühen Morgen auf 99,68 US-Dollar.
Brent hat sich im laufenden Jahr um mehr als 60 Prozent verteuert und nähert sich damit erstmals seit Ende Juli wieder der Marke von 100 US-Dollar je Barrel. Raffinierte Produkte wie Diesel legten noch stärker zu, da sich der Konflikt im Nahen Osten bis ins Rote Meer nahe Saudi-Arabien ausgeweitet hat. Hinzu kommt der Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Die europäischen Erdgaspreise stiegen nach den jüngsten US-Angriffen den vierten Handelstag in Folge.
Konflikt um die Straße von Hormus eskaliert
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran um die Kontrolle der Straße von Hormus hat sich zuletzt weiter verschärft. Die Meerenge ist von zentraler Bedeutung für den Transport von Öl, Flüssigerdgas und Düngemitteln. Das US-Militär zerstörte nach eigenen Angaben als Vergeltung für Teherans Angriffe auf ein US-Kriegsschiff fünf iranische Rohöltanker und versenkte einen davon. Irans Revolutionsgarden reagierten nach eigenen Angaben mit "schweren Raketenangriffen" auf das mit den USA verbündete Königreich Jordanien. Laut der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra fing die Armee 20 ballistische Raketen ab.
Rubio warnt den Iran
US-Außenminister Marco Rubio warnte Teheran vor weiteren Attacken. "Der Iran versucht weiterhin, Schiffe der US-Marine anzugreifen, und jedes Mal, wenn er dies tut oder zu tun versucht, wird er Tanker verlieren", sagte Rubio während eines Besuchs in Kolumbien. Erst am Samstag hatte das US-Militär mitgeteilt, drei iranische Öltanker angegriffen zu haben.
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