Künstliche Intelligenz ist im Autohandel kein Zukunftsthema mehr. Das zeigt das aktuelle AUTOHAUS Panel vom August 2026. Der Anteil der Anwender stieg binnen eines Jahres von 37 auf 52 Prozent. Dabei ist der Einsatz bislang vor allem pragmatisch geprägt. Vier Prozent der Befragten setzen KI bereits gezielt und umfassend ein, weitere 17 Prozent nutzen die Technologie strukturiert in einzelnen Bereichen.

Weitere Erkenntnis: 31 Prozent setzen die Werkzeuge dort ein, wo sie schnell sichtbare Effekte versprechen. An der Spitze steht Marketing/Social Media mit 59 Prozent. Es folgen Leadgenerierung und Kundenkommunikation mit 52 Prozent. Dahinter liegen Fahrzeugbewertung und Preisfindung (40 Prozent) sowie die Service- und
Werkstattannahme (39 Prozent).

Auffällig ist, dass die meisten Händler anscheinend auf leicht verfügbare Standardlösungen setzen. 57 Prozent nutzen Werkzeuge wie ChatGPT oder Copilot. Fast ebenso viele greifen auf Angebote spezialisierter Anbieter aus der Kfz-Branche zurück (54 Prozent). Hersteller und Importeure spielen nur eine Nebenrolle. 41 Prozent der Nutzer berichten, dass der Nutzen die Kosten bereits heute übersteigt. Davon sprechen 29 Prozent sogar von einem deutlich positiven Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag. Nur neun Prozent sehen derzeit höhere Kosten als Nutzen.

Video-Kommentar von Chefredakteur Ralph M. Meunzel

In 59 Prozent der Betriebe hatte KI bislang keine Auswirkungen auf den Personalbedarf. Statt Stellen abzubauen, werden Aufgaben neu verteilt oder zusätzliche Kompetenzen aufgebaut. Die Herausforderungen liegen deshalb an anderer Stelle. 45 Prozent der Anwender nennen die Qualität der Ergebnisse als Problem. 43 Prozent kämpfen mit der Integration in bestehende Systeme wie DMS, ERP oder CRM. Datenschutz- und Compliance-Anforderungen folgen mit 41 Prozent ebenfalls weit vorne.

Obwohl KI bereits von jedem zweiten Betrieb genutzt wird, verfügen nur 42 Prozent über verbindliche Regeln für den Umgang mit den neuen Werkzeugen. Mehr als die Hälfte der Anwender arbeitet ohne schriftlich definierte Leitlinien, Freigabeprozesse oder klare Verantwortlichkeiten. Genau hier liegt die eigentliche Baustelle der Branche. Die Technologie verbreitet sich derzeit schneller als die organisatorischen Leitplanken. Die eigentliche Herausforderung lautet daher nicht mehr, ob KI genutzt wird, sondern wie professionell ihr Einsatz gesteuert wird. Denn erst dann wird aus einem nützlichen Werkzeug ein echter Wettbewerbsvorteil.

    © Foto: AUTOHAUS/Adobe Stock/Matej

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