Ja, es hat mal wieder ziemlich lange gedauert. Während diverse andere Autohersteller mit kompakten elektrischen Crossover-Modellen längst auf dem Markt sind, fiel hierzu die Entscheidung im Volkswagen-Vorstand erneut recht spät. Aber nicht zu spät, um den Anschluss zu verlieren, denn das Segment nimmt erst jetzt so richtig Fahrt auf.

Nahezu zeitgleich gehen bei drei Wolfsburger Konzernmarken jetzt vier flotte City-Stromer an den Start, bei Cupra ist es der Raval, bei VW der ID.Polo und bei Skoda der Epiq. Demnächst schickt VW noch den ID.Cross ins Rennen, das Pendant zum Epiq. Beide Mini-SUV laufen sogar vom selben Band in Spanien.

Der Epiq bildet mit seiner Länge von 4,17 Metern den neuen Einstieg in Skodas Elektromobilität – zuvor war es der Elroq. Als Startpreis nennen die Tschechen konkurrenzfähige 25.900 Euro. Damit erreicht die Basisvariante des Epiq eine sogenannte Preisparität mit seinem Verbrenner-Bruder Kamiq. Skodas Ziel ist es, neue Kundengruppen für die E-Mobilität zu gewinnen.


Skoda Epiq (Fahrbericht)


Das könnte durchaus gelingen, auch wenn die tschechische Volkswagen-Tochter anfangs den Epiq nur als Topmodell 55 anbietet. Dieses hat nicht nur die höchste Leistung (155 kW / 211 PS), sondern verfügt auch über den größten Akku (52 kWh), für den die neu entwickelte Frontantriebsplattform MEB+ ausgelegt wurde. Der Preis des Epiq 55 beginnt bei 32.100 Euro.

Das Design gefällt, die Größe passt

Wie gut das elektrische City-SUV bei den Kunden ankommt, registriert derzeit der Vertrieb von Skoda. Mehr als 30.000 verbindliche Bestellungen liegen vor, und dies, obwohl das Auto noch nicht einmal beim Händler steht. Ein Grund für die hohe Nachfrage dürfte zum einen der optische Auftritt sein. Das Design – Skoda nennt es "Modern Solid" – wirkt harmonisch, die Proportionen sind stimmig, Größe und Raumangebot passen perfekt in den Alltag. Der Kofferraum schluckt üppige 475 Liter. Werden die Rücksitzlehnen umgeklappt, sind es sogar bis 1.345 Liter.

Zum anderen sind da natürlich die attraktiven Eckdaten in Sachen Elektroantrieb. Bis zu 440 Kilometer Reichweite mit einer Batteriefüllung dürften in dieser Klasse schwer zu finden sein. Auch das schnelle DC-Laden kann sich sehen lassen. In nur 23 Minuten soll der Akku unter optimalen Bedingungen wieder zu 80 Prozent gefüllt sein. Bei Wechselstrom, beispielsweise zu Hause an der Wallbox, lädt der Epiq serienmäßig mit elf kW. Zudem ist bidirektionales Laden möglich, heißt: externe Verbraucher wie zum Beispiel ein E-Bike können angeschlossen werden oder, abhängig von den örtlichen Gegebenheiten, kann der Strom sogar zurück ins Netz eingespeist und vergütet werden.


VW ID. Cross (2027)


Fahrverhalten ausgewogen, Lenkung präzise

Schon auf den ersten Kilometern zeigt der Epiq ein angenehm ausgewogenes Fahrverhalten, eine präzise Lenkung und hohe Spurtreue. Es macht schlicht Spaß, mit ihm über kurvenreiche Landstraßen zu fahren, zumal das Drehmoment (290 Nm) elektrotypisch stets unmittelbar abrufbereit ist. Knackiger lässt sich kein anderer Skoda ums Eck bewegen. Dennoch wird die Sportlichkeit nicht dem Komfort geopfert. Die Gesamtabstimmung ist gut gelungen.

Wohlfühl-Atmosphäre stellt sich auch hinter dem Lenkrad ein. Skoda zeigt, dass es selbst in dieser preissensitiven Klasse möglich ist, angenehme Oberflächen zu bauen und Hartplastik weitestgehend aus dem Sichtbereich zu verbannen. Das reduzierte und aufgeräumte Cockpit bildet eine schöne Mischung aus digitalem Hightech und konventionellen Schaltern. Letztere wurden unterhalb des großen Zentralbildschirms in einer Reihe zusammengefasst. Bei den Sitzbezügen legte Skoda besonderen Wert auf Recycling-Stoffe. Zudem ist der Epiq das erste Serienmodell der Marke, das ausschließlich tierfreie Materialien nutzt. Leder wird hier durch die Alternative „Techtona“ ersetzt.

Die neue MEB+ Plattform erlaubt es, den Epiq mit einer Vielzahl an Assistenzsystemen auszustatten. In der Grundversion sind Side Assist inklusive Rear Traffic Alert und Ausstiegswarnung serienmäßig an Bord. Gegen Aufpreis lassen sich noch der Travel Assist 3.0 und der Kreuzungsassistent ins Auto holen. Und wer zusätzlich das Premium-Paket anklickt, kann den Epiq von außerhalb per Smartphone einparken.

Auch beim Thema Konnektivität fährt der kleine Elektro-Skoda ganz vorne mit. Das 13-Zoll-Infotainmentsystem arbeitet auf Android-Basis und bietet im Vergleich zur vorherigen Generation eine deutlich verbesserte Grafik sowie einen neuen Startbildschirm mit einem übersichtlichen App-Layout, wie wir es vom Smartphone her kennen.

Angenehm auch, dass das Navigationssystem jetzt über eine integrierte Google Places-Suche verfügt und sich die Kartenansicht auf Satellitendarstellung umstellen lässt. Und letztlich kann in all der digitalen Datenflut noch die liebe "Laura" helfen, jobmäßig die KI-Sprachassistentin. Die Hände sind ihr allerdings gebunden, was die Lieferzeit des Epiq betrifft. Wer jetzt bestellt, hat wenig Chance, das neue Auto noch in diesem Jahr vor der Haustür zu haben.

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