Leapmotor hat sich innerhalb von nur zwei Jahren im deutschen Automarkt breit aufgestellt und verbucht zugleich ein starkes Wachstum. Der starke Sprint soll in einen schnellen Dauerlauf übergehen. Helfen sollen neue Modelle, ein auch für Händler und Kunden nachhaltiges Wachstum sowie Tischtennis. 

Die Nachfrage nach E-Autos ist 2026 in Deutschland stärker gestiegen als von vielen erwartet. Hat Sie der Boom ebenfalls überrascht, oder hatte Leapmotor als Marke ohne klassischen Verbrenner-Elektro-Spagat einen Planungsvorteil?

Martin Resch: Wir sind sehr zufrieden mit dem bisherigen Jahresverlauf. Leapmotor war in den vergangenen drei Monaten in Deutschland die meistverkaufte E-Auto-Marke aus China und wird 2026 erstmals mehr als 20.000 Autos verkaufen. Nicht mal zwei Jahre nach dem Marktstart ist das eine starke Leistung, auf die wir stolz sind. Letztlich sind der Erfolgsgarant unsere innovativen Produkte, die wir zu sehr wettbewerbsfähigen Preisen anbieten. Die E-Förderung und die steigenden Benzinpreise haben zu einer weiteren Dynamik in der Entwicklung geführt.  

Viele chinesische Wettbewerber locken mit hohen und immer wieder verlängerten Rabatten. Leapmotor hält sich damit auffällig zurück. Warum? Wollen Sie damit auch Preise und Restwerte stabil halten?

M. Resch: Wir wollen unser Geschäft nachhaltig aufbauen. Das ist uns immens wichtig, da man ansonsten mittelfristig einen hohen Preis bezahlt. Wir haben aktuell mit den höchsten Privatkunden-Anteil auf dem deutschen Markt und ein sehr sauberes Geschäftsmodell. Das hilft, die Restwerte stabil zu halten. Größe ist für uns kein Selbstzweck; daher verkaufen wir unsere Autos nicht um jeden Preis. Ich bin mir sicher, dass das der strategisch richtige Weg für die Marke Leapmotor ist.

Mit dem B03X bringen Sie ein günstiges Elektroauto. Allerdings kostet der größere und besser ausgestattete B05 nur rund 3.000 Euro mehr. Zugespitzt gefragt: Warum sollte ich als Kunde einen B03X kaufen, wenn ich für relativ wenig Aufpreis mit dem B05 in fast jeder Hinsicht mehr Auto bekomme?

M. Resch: Der B03X und der B05 kommen sich nach meiner Einschätzung nicht ins Gehege, sondern im Gegenteil: beide Modelle ergänzen sich gut. Während der B05 ein sportlicher Kompakter ist, ist der B03X unser erstes B-Segment-Fahrzeug und ein Crossover für die Familie. Wir sind mit unserem aktuellen Produktportfolio richtig gut für die Zukunft aufgestellt.

Stellantis und Leapmotor wollen ihre Zusammenarbeit deutlich vertiefen. Für ein künftiges Opel-SUV ist bereits vorgesehen, Komponenten aus dem Leapmotor-Ökosystem zu nutzen. Könnte diese Technik künftig noch viel stärker in Modellen anderer Stellantis-Marken stecken? Und entsteht damit nicht eine ungewöhnliche Situation: Leapmotor hilft seinen konzerninternen Wettbewerbern, bei Elektroautos preislich konkurrenzfähiger zu werden?

M. Resch: Wir schauen in der Tat auf allen Ebenen nach sinnvollen Möglichkeiten der Zusammenarbeit – das ist der Grundgedanke des Joint Ventures. Die strategische Partnerschaft von Leapmotor und Stellantis bringt das Beste aus verschiedenen Welten zusammen: Die Schnelligkeit und die Innovationskraft eines chinesischen Startups und die große Erfahrung und das Produktions- und Vertriebsnetz eines europäischen Traditionskonzerns. Von dieser Allianz profitieren beide Unternehmen in hohem Maße.

Neue Player haben es oft nicht leicht, ihre Marke am deutschen Automobilmarkt zu etablieren. Wie und mit welchen Mitteln und Maßnahmen möchten Sie Leapmotor bekannter machen. Und welche Rolle spielt dabei der Tischtennis-Sport?

M. Resch: Unser Ziel ist es, die sympathischste China-Marke in Deutschland zu werden. Darauf ist unser Marketing ausgerichtet. Vor diesem Hintergrund haben wir auch entschieden, in den Tischtennis-Sport in Deutschland zu investieren. Das passt natürlich hervorragend, denn Tischtennis ist in China Volkssport Nummer eins. Und auch ein Deutschland ist der Sport mit über 500.000 Aktiven und geschätzt 16 Millionen Fans und Interessierten so etwas wie ein schlafender Riese. Dabei ist unser Motto „von der Breite in die Spitze“ – wir investieren also explizit nicht nur in den Spitzensport, sondern auch in den Breitensport. Zum Beispiel stellen wir gemeinsam mit dem Handel Vereinen in ganz Deutschland kostenlose Trikots zur Verfügung, und sind bei den Mini-Meisterschaften dabei, bei denen die Spitzenspieler der Zukunft gefunden werden sollen. Das gibt uns tolle Möglichkeiten, die Partnerschaft lokal zu aktivieren. Für die Zukunft haben wir noch weitere spannende Ideen, wie wir diese Kooperation mit Leben füllen können.

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Leapmotor B03X


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