Der Kölner Fintech-Anbieter Aufinity hat die Marke Bezahl.de offiziell verabschiedet und einen europaweit einheitlichen Markenauftritt vorgestellt. Künftig firmiert die bisherige Lösung unter dem Namen "Aufinity Payment Management". Hintergrund ist die strategische Weiterentwicklung vom digitalen Zahlungsdienstleister hin zu einer Plattform für automatisierte Finanzprozesse im Autohaus.
Nach Angaben des Unternehmens ist Aufinity mittlerweile in fünf europäischen Ländern aktiv, betreut mehr als 2.000 Autohäuser und verarbeitet jährlich rund elf Milliarden Euro Transaktionsvolumen. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung hin zu "Autonomous Finance", also weitgehend automatisierten Zahlungs- und Forderungsprozessen, wie CEO Lasse Diener am Mittwoch erklärte.
Neues Tool für das Forderungsmanagement
Im Mittelpunkt der Veranstaltung im Drivers & Business Club in München stand jedoch vor allem die Einführung von "Aufinity Cash Collection". Die Lösung soll Autohäuser beim Management offener Forderungen unterstützen und mehr Transparenz in Mahn- und Inkassoprozesse bringen.
Im ersten Panel diskutierten Marius Wolf und Michael Oldenburger (beide Aufinity) mit Angie Kohnert (Schubert Motors), Eric Kroll (Thiel Gruppe) und Uwe Hornemann (Glinicke Gruppe) über die Herausforderungen im Forderungsmanagement. Besonders größere Handelsgruppen seien durch dezentrale Strukturen, manuelle Prozesse und aufwendige Abstimmungen belastet. Die Teilnehmer hoben hervor, dass die neue Lösung einen besseren Überblick über offene Posten schaffe und die interne Kommunikation erleichtere. Entwickelt wurde das Produkt gemeinsam mit Handelspartnern in einem Co-Creation-Prozess.
Aufinity-Event im Drivers & Business Club
KI muss Mehrwert liefern
Im zweiten Panel "Driven by AI? Wo steht die Automobilbranche wirklich?" diskutierten Oliver Bohn (Kuhn & Witte), Christopher Geyer (Seitz-Gruppe), Georg Mrusek (Horváth & Partner), Stefan Quary sowie Jörg Ulrich (Ford-Werke) unter der Moderation von Prof. Benedikt Maier über den praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Automobilhandel.
Einigkeit bestand darüber, dass die Branche die Experimentierphase hinter sich gelassen hat. KI werde zunehmend als Produktivitätswerkzeug genutzt, um Prozesse effizienter zu gestalten und Kosten zu senken. Angesichts geringer Renditen im Handel könnten insbesondere Automatisierung und datenbasierte Anwendungen einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit leisten. Die größte Herausforderung liegt nach Ansicht der Teilnehmer mittlerweile weniger in der Technologie als in deren konsequenter Umsetzung.
Mit ihrem neuen Kurs verbindet Aufinity beide Themenfelder: die Digitalisierung von Finanzprozessen und den Einsatz intelligenter Automatisierung. Ob daraus tatsächlich "Autonomous Finance" entsteht, wird sich in der Praxis zeigen. Klar wurde in München jedoch: Effizienz und Liquidität stehen für viele Handelsgruppen ganz oben auf der Agenda.
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