Rekordpreise an der Zapfsäule setzen Verbraucher und Betriebe weiter unter Druck. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) begrüßt deshalb die Einigung von Bund und Ländern auf kurzfristige Entlastungen. Neben einer befristeten Senkung der Energiesteuer unterstützt der Verband auch den geplanten Spritpreisdeckel, mahnt jedoch zugleich eine langfristige Strategie für bezahlbare Mobilität an.
Nach den Beschlüssen von Bund und Ländern wird die Energiesteuer auf Benzin und Diesel bis Ende 2026 um 14 Cent je Liter reduziert. Einschließlich der darauf entfallenden Mehrwertsteuer soll sich eine Entlastung von rund 17 Cent je Liter ergeben. Für die Maßnahme stellen Bund und Länder insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro bereit.
Für das Kfz-Gewerbe kommt die Entlastung zur rechten Zeit. Die hohen Spritpreise belasteten private Haushalte ebenso wie Unternehmen massiv, sagte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn am Montag. "Bei diesen Kraftstoffpreisen ist Handeln keine Kür, sondern absolute Pflicht. Deshalb ist es richtig und dringend, dass Bund und Länder jetzt gemeinsam gegensteuern."
Positiv bewertet der Verband zudem die Ankündigung eines befristeten Spritpreisdeckels, der spätestens zum 1. Januar 2027 eingeführt werden soll. Aus Sicht des ZDK könnte dieses Instrument helfen, extreme Preissprünge künftig abzufedern und mehr Planungssicherheit für Verbraucher und Unternehmen zu schaffen. Gleichzeitig unterstütze man die Absicht der Politik, die Preisentwicklung weiterhin eng zu beobachten und bei Bedarf zusätzliche Maßnahmen einzuleiten, hieß es.
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ZDK fordert dauerhafte Lösung
Trotz der Zustimmung zu den kurzfristigen Hilfen warnt das Kfz-Gewerbe davor, die aktuellen Maßnahmen als dauerhafte Antwort auf steigende Energiekosten zu verstehen. Der Tankrabatt könne die unmittelbare Belastung zwar mildern, ersetze jedoch keine nachhaltige Strategie.
"Wir können nicht bei jeder neuen Preiswelle den nächsten Tankrabatt auflegen. Was wir brauchen, ist eine dauerhaft tragfähige Lösung für die Mobilität – mit weniger staatlicher Belastung und einem Preissignal, das den Umstieg auf alternative Kraftstoffe tatsächlich und wirksam begünstigt", betonte Peckruhn.
Das Kfz-Gewerbe erneuert deshalb seine Forderung, die Energiesteuer auf Kraftstoffe langfristig auf das europäische Mindestniveau abzusenken. Die darüber hinausgehende Belastung solle durch einen CO2-Preis ersetzt werden. Nach Darstellung des ZDK ließen sich so kurzfristige Entlastungen mit einem verlässlichen Rahmen für Verbraucher, Unternehmen und alternative Antriebskonzepte verbinden.
Mobilität muss bezahlbar bleiben
Für den Verband macht die aktuelle Entwicklung deutlich, dass die Debatte über bezahlbare Mobilität weit über eine vorübergehende Preisbremse hinausgeht. Gefragt seien stabile und langfristige Rahmenbedingungen, so Peckruhn weiter. "Die aktuelle Krise zeigt einmal mehr: Mobilität darf nicht zum Luxus werden. Wir brauchen deshalb nicht nur schnelle Hilfe, sondern endlich eine verlässliche und langfristige Strategie für bezahlbare Kraftstoffe und klimafreundliche Mobilität."
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