Wie können sich Autohäuser fit für die Zukunft machen? Genau dieser Frage widmeten sich am Montag und Dienstag Nachwuchstalente und Branchenexperten beim AUTOHAUS Future Leaders Day powered by mobile.de im Ingolstädter Gründerzentrum brigk. Im Mittelpunkt standen Themen wie Digital Retail, der praktische Einsatz von KI, Wachstumspotenziale im Handel sowie die Anforderungen an die Führungskräfte von morgen. Praxisnahe Vorträge, interaktive Workshops und offene Diskussionsformate sorgten für einen intensiven Wissensaustausch und lieferten den Teilnehmenden konkrete Anregungen für den eigenen Berufsalltag.
Aus Daten lernen
Den Anfang machte Marco Mahrhold, Head of Sales Excellence bei mobile.de. In seinem Vortrag präsentierte er den Teilnehmern aktuelle Zahlen aus der Automobilbranche, die Optimismus zulassen. Laut aktuellen Studien wächst der Markt derzeit leicht, wobei sich das Wachstum ungleich auf die einzelnen Marken verteilt. Für einen Wandel auf dem deutschen Markt sorgen derzeit unter anderem die zahlreichen neuen chinesischen Player. Laut Umfrageergebnissen ist bei den Marken aus Fernost das teilweise attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis gerade das größte Kaufargument bei Kunden. Dagegen spricht für Skeptiker vor allem das mangelnde Vertrauen in die Qualität der Fahrzeuge.
Neben aktuellen Marktdaten gab Mahrhold den Teilnehmern Einblicke in die Datenerhebung bei mobile.de. Daraus könne man sowohl als Plattform als auch als Händler zahlreiche Handlungsempfehlungen ableiten und die Inseratsqualität auslesen. Gerade diese spiele für den erfolgreichen Vertrieb eine maßgebliche Rolle. Wie sich die Bereiche Bildqualität, Bildanzahl, Preislabelgestaltung, Fahrzeugattribute und Co. konkret auf ein Inserat auswirken, zeigte Malte Mehler, Head of Enterprise Sales & Leasing bei mobile.de, am Beispiel des fiktiven Autohauses Vollgas.
KI trifft Manpower
Wie sich Künstliche Intelligenz (KI) bereits heute und in den kommenden Jahren im Autohaus auswirken kann, zeigte Veranstaltungsmoderator Constantin Michel, Geschäftsführer HAIAR und CARvinci, in seinem Beitrag. Mit Hilfe des Publikums demonstrierte er, wie KI immer mehr zum digitalen Mitarbeiter wird. Innerhalb von Minuten erstellte er mit Hilfe eines KI-Assistenten auf der Bühne eine Website zu einem anstehenden "Tag der offenen Tür" eines Autohauses und demonstrierte, wie die Technologie bereits heute selbstständig einen neuen LinkedIn-Kontakt anfragen und anschreiben kann. In Zukunft könnte man so immer öfter auch ein laut Michel von den Autohäusern gefürchtetes Thema umgehen: Schnittstellen.
AUTOHAUS Future Leaders Day powered by mobile.de
Nichtsdestotrotz warnte der Experte davor, KI-Projekte mit überzogenen Erwartungen anzugehen. Insbesondere bei der eigenhändigen Entwicklung komplexer Anwendungen wie Dealer-Management-Systemen (DMS) bestehe weiterhin das Risiko erheblicher Sicherheitslücken. "Schnell gebaut ist nicht gleich gut gebaut", bekräftigte Michel. Um eine überstürzte Einführung von KI-Lösungen zu vermeiden, müsse zunächst analysiert werden, wie die Prozesse im Autohaus ablaufen und an welchen Stellen Künstliche Intelligenz tatsächlich einen Mehrwert schaffen könne. Drei zentrale Ziele sollten laut Michel dabei im Vordergrund stehen: die Senkung von Kosten, die Steigerung der Umsatzrendite sowie die Abfederung der Folgen der bevorstehenden Verrentungswelle.
Führungstalente von morgen
Über die Herausforderungen der nächsten Unternehmergeneration sprach Michel mit Nina Niedermayer von der Auto Niedermayer GmbH und Maximilian Timmermanns, Strategischer Projektmanager beim Autohaus Timmermanns. Dabei ging es unter anderem um die Kompetenzen, die junge Führungskräfte künftig mitbringen müssen, die Gestaltung der Nachfolge im eigenen Unternehmen sowie die Frage, welche Veränderungen sie am liebsten unmittelbar umsetzen würden. Niedermayer würde hier vor allem beim Thema KI und Digitalisierung ansetzen und eine eigene Abteilung im Autohaus einrichten, die sich nur mit diesem Bereich auseinandersetzt: "Ich denke, als junge Generation ist es unsere Aufgabe, neue Technik und Lösungen voranzutreiben."
Wie sich neue Ideen erfolgreich in die Praxis übertragen lassen, zeigten die Workshops von Paul Hofer, Geschäftsführer von GetCarl, und Quirin Josef Silbernagl, Geschäftsführer von Persox. Hofer nahm die Customer Journey im Autohaus in den Blick und zeigte auf, an welchen Stellen Betriebe wertvolle Kundenkontakte ungenutzt lassen und wie sich diese Potenziale besser ausschöpfen lassen. Silbernagl widmete sich dem Thema Personalgewinnung und erarbeitete gemeinsam mit den Teilnehmern Strategien, um qualifizierte Fachkräfte gezielt anzusprechen und für das eigene Unternehmen zu gewinnen.
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Maik Ritter, Geschäftsführer Autohaus Ritter, veranschaulichte in seinem Vortrag, wie das Unternehmen den Hereinnahmeprozess, den Vertrieb und den Service von Fahrzeugen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz vereinfacht und beschleunigt hat. Eine im eigenen Haus entwickelte App bildet dabei den gesamten Zyklus eines Gebrauchtwagens im Autohaus ab. "Wir wollen damit alle Positionen im Autohaus entlasten, damit diese ihre Zeit voll und ganz dem Kunden widmen können", so der Jungunternehmer.
Abgerundet wurde der Tag mit einer Podiumsdiskussion. Moderator Michel sprach mit Maik Ritter, Maximilian Timmermanns, Florian Baur (CSO mobile.de), Carolina Demharter (Head of Sales & Strategic Partnerships Faaren) und Christopher Kludzeweit, Prokurist & Gesellschafter Region Deutschland Süd bei Auto Pflege Partner, unter anderem über die KI-Erfahrungen in den jeweiligen Unternehmen und die Arbeitsweise der Zukunft. Die Veranstaltung wurde von Hauptsponsor mobile.de und Co-Partner Faaren unterstützt.
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