Im Zuge der Sparmaßnahmen hat Volkswagen eine Reihe von Tarifverträgen gekündigt. Aus Sicht des Unternehmens seien verschiedene Regelungen in diesen Verträgen mit Blick auf den aktuellen Kostendruck anzupassen, teilte der Autohersteller in Hannover mit. Nach IG-Metall-Angaben handelt es sich um zehn von dreizehn Tarifverträgen, darunter ist auch der wichtige Manteltarifvertrag. Das habe der VW-Vorstand zuvor bei einem Gespräch in Hannover bereits angekündigt, teilte die Arbeitnehmerseite mit.
Erste Folgen könnten nach Angaben der Arbeitnehmervertreter frühestens ab Januar 2027 eintreten. Mögliche Kündigungen hätten aber keine Auswirkungen auf den Zukunftstarifvertrag aus dem Jahr 2024 und die darin vereinbarte Beschäftigungssicherung bis Ende 2030.
Arbeitnehmer haben Zweifel an früheren Zusagen
Am Mittwoch treffen sich Vertreter von Volkswagen, IG Metall und Betriebsrat in Hannover zu einem sogenannten Überprüfungsgespräch. Die Arbeitnehmer, die das Gespräch ursprünglich anberaumt hatten, verlangen Klarheit darüber, ob und wie VW die Zusagen aus dem Zukunftstarifvertrag von 2024 einhält. Diese Abmachungen sehen sie angesichts der deutlich verschärften Sparpläne in Gefahr. Das Management will im Gegenzug erklären, warum die damals vereinbarten Einsparungen aus seiner Sicht nicht mehr ausreichen.
Nach dpa-Informationen aus Unternehmenskreisen hat Volkswagen vor dem Gespräch bereits die Kündigung von Tarifverträgen vorbereitet. Das betrifft auch den Manteltarifvertrag, in dem zahlreiche grundlegende Regelungen für die mehr als 100.000 VW-Beschäftigten in Deutschland festgehalten sind. Insgesamt bestand der VW-Haustarif aus 13 einzelnen Verträgen.
Droht eine heftige Auseinandersetzung?
IG Metall und Betriebsrat kündigen ihren Widerstand an. "Das ist ein übles Foul an der Belegschaft und erneut ein schamloser Versuch, in die Geldbeutel der Beschäftigten greifen zu wollen", teilte der niedersächsische IG-Metall-Chef Thorsten Gröger mit. Das werde man nicht hinnehmen. VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo rechnete mit einer heftigen Auseinandersetzung.
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