Die aktuelle Nachfrage nach subventionierten Elektro-Neuwagen zeigt Wirkung. Doch aus Sicht des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) greift die Förderung zu kurz. Der Verband spricht sich dafür aus, die Kaufprämie auch auf gebrauchte E-Fahrzeuge auszuweiten und unterstützt damit einen aktuellen Vorstoß der Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen.
Junge Stromer sollen erschwinglicher werden
Nach Ansicht des ZDK könnten insbesondere junge gebrauchte E-Autos einen schnellen Zugang zur Elektromobilität ermöglichen. Viele dieser Fahrzeuge seien kurzfristig verfügbar, bewegten sich preislich aber häufig noch auf einem Niveau, das für breite Käuferschichten wenig attraktiv sei. Eine Ausweitung der Förderung könnte deshalb insbesondere Haushalte mitbegrenztem Budget erreichen und den Kreis potenzieller E-Auto-Käufer deutlich vergrößern.
Schutz vor weiterem Restwertdruck
Der Verband sieht noch einen weiteren Vorteil: Würde die Förderung ausschließlich auf Neuwagen beschränkt bleiben, könnte dies die Preise gebrauchter Elektrofahrzeuge zusätzlich unter Druck setzen. Gerade für Handel und Leasinggesellschaften sind stabile Restwerte ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit elektrischer Fahrzeuge. Eine stärkere Einbindung des Gebrauchtwagenmarktes könnte dazu beitragen, die Nachfrage breiter aufzustellen und Marktverwerfungen zu vermeiden.
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ZDK mahnt langfristige Perspektive an
Für das Kfz-Gewerbe entscheidet sich der Erfolg der Elektromobilität nicht allein an kurzfristigen Verkaufszahlen. Entscheidend sei vielmehr, ob die Nachfrage auch nach dem Auslaufen staatlicher Anreize tragfähig bleibt. "Elektromobilität braucht einen dauerhaft tragfähigen Markt und keine kurzfristigen Strohfeuer", sagte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. "Unsere Betriebe stehen bereit, Kunden technologieoffen zu beraten und beim Umstieg zu begleiten. Dafür brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen, bezahlbare Fahrzeuge und ein Angebot, das zu den Bedürfnissen der Kunden passt."
Schwacher Markt erhöht Handlungsdruck
Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Gebrauchtwagenmarkt an Dynamik verloren hat. Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wurden im September lediglich 533.447 Pkw umgeschrieben, 4,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 2,9 Prozent bei rund 4,8 Millionen Besitzumschreibungen.
Insgesamt registrierte die Behörde 620.366 Halterwechsel über alle Fahrzeugklassen hinweg (minus 4,9 Prozent). Aus Sicht des Kfz-Gewerbes würde eine Förderung gebrauchter Elektroautos daher nicht nur den Zugang zur E-Mobilität erleichtern, sondern zugleich für dringend benötigte Impulse im Fahrzeughandel sorgen.
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