Der Verband der Automobilhändler Deutschlands (VAD) wird für das Autojahr 2026 optimistischer. Statt der ursprünglich erwarteten 2,6 Millionen Pkw rechnet der Verband inzwischen mit rund drei Millionen Neuzulassungen. "Wenn bis zum Jahresende nichts Unvorhergesehenes passiert, werden wir bei knapp drei Millionen Neuzulassungen landen", sagte VAD-Präsident Burkhard Weller am Donnerstag. "2026 wird ein gutes Autojahr. Dazu trägt auch die hohe Nachfrage nach Elektroautos bei."

Privatkunden treiben den Markt

Von Januar bis September wurden laut KBA-Statistik rund 2,2 Millionen Pkw neu zugelassen, 5,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein im September kamen 256.774 Neuzulassungen zusammen, ein Plus von neun Prozent. Getragen wird das Wachstum laut Verband vor allem vom Privatmarkt. Die gewerbliche Nachfrage ist dagegen leicht rückläufig. Einen wichtigen Anteil am Aufschwung haben Elektroautos: Ihr Anteil an den September-Neuzulassungen lag bei 34,5 Prozent.

Lange Lieferzeiten spielen China-Marken in die Karten

Aus Sicht des Handels gibt es jedoch ein Problem: Nicht alle Hersteller können die gestiegene Nachfrage kurzfristig bedienen. Bei beliebten Elektroautos deutscher Marken berichtet der VAD von Lieferzeiten zwischen drei und sechs Monaten. "Wenn Kunden monatelang auf ihr Wunschauto warten müssen, während die Konkurrenz aus China sofort liefern kann, darf man sich über verlorene Marktanteile nicht wundern", erklärte Weller. Chinesische Anbieter profitieren laut Verband von vergleichsweise hohen Fahrzeugbeständen und der daraus resultierenden kurzfristigen Lieferfähigkeit.

Der Wettbewerb macht sich bereits in den Zulassungszahlen bemerkbar. Im September legte BYD dem KBA zufolge um 85,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu, MG um 60,8 Prozent. Tesla kam auf ein Plus von 268,7 Prozent. Auch bei der staatlichen Förderung spielen chinesische Hersteller laut VAD eine überdurchschnittliche Rolle. Rund 15 Prozent der bislang etwa 100.000 geförderten Neuwagen stammen demnach von chinesischen Herstellern.

Lieferfähigkeit ist entscheidend

Damit wird die Verfügbarkeit der Fahrzeuge zum wichtigen Faktor im Verkauf. Steigt die Nachfrage schneller als das Angebot, können selbst attraktive Modelle Geschäft an kurzfristig lieferbare Wettbewerber verlieren. Zuletzt hatten VW und BMW zwar Rekord-Vorbestellungen für ID. Polo und iX3 vermeldet, gleichzeitig bedeutet dies für Kunden aber auch monatelange Wartezeiten. Der aktuelle E-Auto-Boom ist für den Handel deshalb Chance und Herausforderung zugleich: Die Nachfrage ist vorhanden, entscheidend ist nun, welche Hersteller ihren Händlern ausreichend Fahrzeuge bereitstellen können.


BMW iX4 (2027)


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