Die Händlerkonditionen und die Unterstützung beim Aufbau neuer Standorte gehörten zu den Schwerpunkten der des Geely Partner Days am 26. Oktober in Raunheim. Punkten will die chinesische Marke vor allem mit einem auf Profitabilität ausgerichteten Margenmodell, schlanken CI-Anforderungen und zentral generierten Leads. Die Marke versteht sich ausdrücklich als Mainstream-Anbieter und will im Volumensegment Fuß fassen. Entsprechend soll nicht nur das Modellangebot wachsen, sondern auch die Präsenz im Handel. Im Rahmen der Veranstaltung gab Philipp Hempel, Executive Director, Geely Deutschland Einblicke in die Strategie und Zukunftspläne für den deutschen Markt.
Bei der Suche nach zusätzlichen Handelspartnern will Geely vor allem mit dem möglichen Geschäft überzeugen. Hempel und Erik Böhme, Senior Network Manager stellten im Dialog mit den Teilnehmern Margen, Standards, Investitionen und Anforderungen an neue Standorte dar.
Preisstabilität statt Rabattschlacht
Beim Margenmodell setzt Geely auf eine feste Grundmarge sowie volumen- und qualitätsabhängige Komponenten. Einen besonderen Akzent legt das Unternehmen dabei auf die Profitabilität, die nach der Beteiligung des Händlers an Verkaufsaktionen übrigbleibt. Dahinter steckt eine grundsätzliche Entscheidung in der Preis- und Vertriebsstrategie. Die unverbindlichen Preisempfehlungen sollen möglichst nah an den tatsächlichen Transaktionspreisen liegen. Dadurch will Geely hohe nachträgliche Verkaufsförderungen und entsprechend große Rabatte vermeiden. Das Ziel ist Preisstabilität und damit eine möglichst solide Grundlage für die Entwicklung der Restwerte.
Bei den variablen Bestandteilen sollen qualitative Kriterien eine Rolle spielen. Genannt wurden beispielsweise die Geschwindigkeit der Leadbearbeitung sowie die Einhaltung der Markenstandards am Standort. Die genaue Ausgestaltung steht allerdings noch nicht abschließend fest.
Geely Partner Day 2026 in Raunheim
Bewusst niedrige Einstiegshürden
Bei der Corporate Identity (CI) versuche Geely, die Schwelle für neue Partner niedrig zu halten. Der Hersteller sieht zunächst zwei Showroom-Größen vor, die grundsätzlich in bestehende Mehrmarkenbetriebe integriert werden können. Hinzu kommen individuell ausgestaltete Flagship-Stores.
Vor allem aber will Geely zum Start auf kostspielige Komplettumbauten verzichten. Neue Böden, ein eigenes Beleuchtungssystem oder neue Möbel sind nicht zwingend vorgeschrieben. Händler können mit vorhandener Einrichtung arbeiten. Für die sichtbare Markenpräsenz sollen stattdessen unter anderem ein Pylon, ein Fassadenband, eine Markenwand und weitere überschaubare CI-Elemente sorgen.
Böhme spricht selbst von einer "relativ niedrigen Einstiegshürde". Die Händler sollen sich zunächst auf das operative Geschäft und den Aufbau der Marke konzentrieren können.
Geely E5 und Geely Starray EM-i - Produktvorstellung
Leads statt pauschaler Werbezuschüsse
Auch beim Marketing verfolgt Geely einen pragmatischen Ansatz. Statt pauschal Werbekostenzuschüsse auszuschütten, will der Importeur sein Budget in übergeordnete nationale Aktivitäten und die direkte Generierung von Interessenten stecken. Lokales Marketing bleibe dagegen grundsätzlich Sache des jeweiligen Autohauses. Werbemittel beziehungsweise Vorlagen werden laut Aussagen des Unternehmens dafür bereitgestellt.
Hempel zufolge setzt Geely bewusst auf einen anderen Ansatz. Statt die Händler mit Zuschüssen zu unterstützen, investiert der Hersteller direkt in Social-Media-Werbung und leitet die daraus entstehenden Leads an die entsprechenden Betriebe weiter. Entscheidend sei für den Händler letztlich der Kundenkontakt. Stammt eine Anfrage aus dem definierten Marktgebiet eines Partners, wird sie diesem einem Händler zugeordnet.
Damit verbindet Geely seine Marketingstrategie auch mit klaren Erwartungen an die Händler. Werden Leads systematisch nicht bearbeitet, könne sich das auf die Bewertung der Händlerqualität auswirken.
Im Interview: Philipp Hempel, Executive Director bei Geely Auto Deutschland
Geely setzt auf Volumen
Der Ansatz fügt sich in die grundsätzliche Deutschlandstrategie ein. Netzausbau und der Aufbau der Markenbekanntheit sollen dabei Hand in Hand gehen. Für die Betreuung des Netzes setzt Geely auf District Manager, die die Partner vor Ort begleiten. Zudem hat der Importeur ein technisches Aftersales-Team aufgestellt.
Auch die Logistik wird sukzessive ausgebaut. Laut Geely besteht bereits ein Importeurslager in Belgien, zusätzlich werden Lagerstrukturen an zwei deutschen Häfen aufgebaut.
Der Netzausbau soll zudem mit einem wachsenden Produktangebot einhergehen. Geely will im Moment nicht als Premiumanbieter gesehen werden. Vielmehr soll die Marke die volumenstarken Segmente bedienen und ihr Angebot in Deutschland um weitere Modelle und Antriebsvarianten erweitern. Ziel ist ein Gesamtpaket, das niedrige Einstiegshürden mit Wachstumsperspektiven im Volumengeschäft verbindet.
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