Der chinesische Autobauer Hongqi unternimmt einen neuen Anlauf auf dem deutschen Markt. AEC Automotive Systems ist zum offiziellen Importeur ernannt worden und übernimmt künftig die Verantwortung für die Aktivitäten der zur chinesischen FAW-Gruppe gehörenden Premiummarke.
Damit folgt eine weitere Neuordnung des Deutschland-Geschäfts. Im Frühjahr 2026 hatte sich Hongqi vom bisherigen Importeur Hedin Automotive getrennt. Hintergrund war, dass die angebotenen Modelle hierzulande nicht wie erhofft angenommen worden waren. Hongqi wollte daraufhin zunächst den hiesigen Markt in Eigenregie bearbeiten. In anderen europäischen Ländern blieb Hedin als Groß- und Einzelhändler für die Marke aktiv.
Mit AEC steht nun eine andere Lösung für Deutschland fest. Der neue Importeur soll neben dem Fahrzeugimport auch Homologation und Logistik übernehmen sowie das Händlernetz aufbauen. Ziel ist laut Mitteilung, eine langfristig tragfähige Struktur für Hongqi zu schaffen.
Die Vorbereitungen laufen bereits. Dazu gehören die Zulassung der Fahrzeuge, die Festlegung der endgültigen Spezifikationen für Deutschland und die Vorbereitung des Vertriebs gemeinsam mit den ersten Partnern. Noch offen sind Preise, Bestellstart und Auslieferungsbeginn. Diese Angaben will der Importeur veröffentlichen, sobald die notwendigen Genehmigungen vorliegen und die Vorbereitungen abgeschlossen sind.
Händler in sieben Großstädten im Blick
Beim Vertrieb will AEC zunächst auf ausgewählte Partner setzen, die Verkauf, Service und Aftersales abdecken. Das Netz soll anschließend schrittweise wachsen. Konkrete Betriebe nennt das Unternehmen noch nicht. Man prüfe derzeit jedoch Partner in München, Frankfurt, Berlin, Hamburg, Köln, Stuttgart und Düsseldorf, hieß es. Die ersten Standorte sollen später bekannt gegeben werden.
Hongqi EHS5
AEC bringt dabei Erfahrung aus dem Importgeschäft mit. Das 1996 in Kanada gegründete Unternehmen ist auf Distribution, Homologation, Flottenservices und Logistik spezialisiert und arbeitet nach eigenen Angaben mit einem internationalen Netzwerk von mehr als 550 Händlern und Partnern zusammen.
Zwei Verbrenner-SUV zum Neustart
Den Anfang im Modellprogramm machen der kompakte HS3 und der größere HS5. Beide SUV verfügen über Allradantrieb. Für den HS3 AWD nennt Hongqi einen kombinierten WLTP-Verbrauch von 8,6 Litern je 100 Kilometer sowie CO2-Emissionen von 235 Gramm pro Kilometer. Beim HS5 AWD sind es 11,0 Liter und 245 Gramm. Dabei soll es nicht bleiben: Hongqi kündigt für Deutschland weitere Modelle an, darunter batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride. Welche Fahrzeuge folgen und wann sie auf den Markt kommen, lässt das Unternehmen zunächst offen.
"Hongqi hat eine starke Identität und großes Potenzial in Deutschland. Unsere Aufgabe ist es, daraus eine überzeugende Marktpräsenz mit verlässlichen Strukturen aufzubauen", sagte Andrew Pilsworth, Gründer und CEO von AEC. "Dafür müssen wir das Fundament sorgfältig legen, eng mit den ausgewählten Händlerpartnern zusammenarbeiten und sicherstellen, dass Kunden sowohl den Fahrzeugen als auch dem dazugehörigen Service vertrauen können."
Hongqi E-HS9
"Der richtige Partner vor Ort ist entscheidend"
Auch Hongqi betont die Bedeutung einer verlässlichen Vertriebsstruktur für den deutschen Markt. "Deutschland ist ein wichtiger Markt für Hongqi. Für den Markteintritt ist der richtige Partner vor Ort entscheidend", erklärte Gu Siwei, General Manager von FAW Europe und verantwortlich für das Europageschäft von Hongqi. "AEC verbindet Erfahrung in der Automobilbranche mit den Marktkenntnissen und der operativen Stärke, die erforderlich sind, um die Marke auf einer soliden Basis langfristig zu etablieren. Wir freuen uns darauf, gemeinsam den HS3 und HS5 einzuführen und eine starke Grundlage für Hongqi in Deutschland zu schaffen."
Hongqi wurde 1958 gegründet und ist die Luxusmarke der China FAW Group. Das Portfolio umfasst Limousinen und SUV mit Verbrennungsmotoren, Plug-in-Hybrid- und batterieelektrischen Antrieben.
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