Welche Rolle können alternative Kraftstoffe beim Umbau des Verkehrs spielen? Darüber haben rund 200 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft beim Event "HVO100 – Rückblick & Ausblick" in der Motorworld München diskutiert. Eingeladen hatte der Automobilclub Mobil in Deutschland im Rahmen der Kampagne "HVO100 goes Germany". Im Mittelpunkt stand vor allem der bestehende Fahrzeugbestand.

Nach Angaben von Mobil in Deutschland ist HVO100 inzwischen an 785 Tankstellen in Deutschland erhältlich. Dr. Michael Haberland, Präsident des Automobilclubs, verwies beim Treffen auf den großen Fahrzeugbestand: Rund 50 Millionen Pkw seien in Deutschland unterwegs, von denen lediglich vier bis fünf Prozent rein elektrisch fahren. Hinzu kämen zahlreiche Nutzfahrzeuge und Busse mit Verbrennungsmotor.

BMW betankt neue Diesel mit HVO100

Auch BMW setzt den alternativen Dieselkraftstoff ein. Nach Angaben des Unternehmens werden seit Anfang 2025 alle in Deutschland produzierten Diesel-Neufahrzeuge ab Werk erstmals mit HVO100 betankt. Dr. Johannes Schmid von BMW sieht alternative Kraftstoffe als einen Baustein, um auch bei bereits vorhandenen Fahrzeugen die CO2-Bilanz zu verbessern.

Bei vielen Autofahrern ist HVO100 allerdings noch wenig bekannt. Das zeigt eine Befragung von puls Marktforschung mit 1.608 Teilnehmern. Rund jeder Fünfte hat demnach schon von HVO gehört. Unter Dieselfahrern ist es knapp jeder Dritte. Laut der Befragung ist die Bekanntheit gegenüber zuvor leicht gestiegen.

Beratung wird für den Handel wichtig

Die geringe Bekanntheit ist auch ein Thema für Handel und Werkstätten. Kunden müssen beispielsweise wissen, ob ihr Fahrzeug für HVO100 freigegeben ist. Stefan Reiser, Geschäftsführer von puls Marktforschung, sieht deshalb Beratungsbedarf bei Handel und Tankstellen. Sie könnten dazu beitragen, bestehende Unsicherheiten bei den Verbrauchern abzubauen.

Nicht nur für Personenwagen interessant

HVO100 beschränkt sich nicht auf Pkw. Zeppelin Rental hat laut Dr. Markus Heidak mehr als 11.000 Produkte im Portfolio, deren Motoren vom jeweiligen Hersteller für HVO freigegeben sind. Gerade bei schweren Baumaschinen, bei denen eine Elektrifizierung schwieriger sei, sieht Heidak einen möglichen Einsatzbereich für den Kraftstoff.

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