TÜV Nord hat die 300. Partnerstation in Deutschland ans Netz gebracht. Den runden Standort betreibt das Ingenieurbüro Hinsch & Consorten im niedersächsischen Hanstedt. Hinter der Zahl steht ein deutlich größeres Netzwerk: Bundesweit arbeiten inzwischen mehr als 590 selbstständige Partnerbüros mit dem Prüfkonzern aus Hannover zusammen.
Die neue Prüfstelle in Hanstedt ist bereits der zweite Standort von Hinsch & Consorten. TÜV Nord treibt den Ausbau seines Partnernetzes seit 2016 gezielt voran. Dabei sind längst nicht alle Büros mit einer eigenen Station vertreten. Viele Prüfingenieure arbeiten ausschließlich im Außendienst und führen Haupt- und Abgasuntersuchungen direkt bei Werkstattkunden durch.
Mehr als 2.000 Beschäftigte im Partnernetz
Nach Angaben von TÜV Nord beschäftigen die angeschlossenen Partnerbüros insgesamt mehr als 2.000 Mitarbeiter, darunter über 800 Prüfingenieure und Sachverständige.
Mit dem Ausbau will die Organisation zugleich Regionen erschließen, die bislang nicht zu ihren angestammten Märkten gehörten. Das ist insbesondere für überregional tätige Autohausgruppen und Flottenbetreiber von Bedeutung: Sie können dadurch an verschiedenen Standorten von einem Anbieter betreut werden. Bei bundesweiten Ausschreibungen kann eine entsprechende Flächenabdeckung zudem Voraussetzung für die Teilnahme sein.
Prüfer bleiben selbstständig
Das Partnerkonzept setzt laut Anbieter auf unternehmerische Eigenständigkeit. Die angeschlossenen Betriebe gewinnen ihre Kunden selbst, beschäftigen eigenes Personal und führen ihre Unternehmen eigenverantwortlich. TÜV Nord übernimmt nach eigenen Angaben unter anderem administrative Aufgaben und unterstützt bei technischen Fragen.
"Die wenigsten Ingenieure haben Interesse an administrativen Aufgaben wie der Rechnungsstellung oder dem Forderungsmanagement", erklärt Jan Hauser, Partnermanager bei TÜV Nord. "Durch die Übernahme dieser administrativen Tätigkeiten ermöglichen wir unseren Partnern, sich voll und ganz auf ihre technischen Kernkompetenzen zu konzentrieren."
Allerdings wird nicht jedes interessierte Ingenieurbüro aufgenommen. Hauser: "Wir schauen bei jedem potenziellen Partner genau hin: Stimmen die Qualitätsansprüche, ist die nötige unternehmerische Kompetenz vorhanden und ergänzt der Betrieb unser Netz sinnvoll?"
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Wachstum stellt Betreuung vor neue Aufgaben
Mit der steigenden Zahl selbstständiger Betriebe wächst zugleich der Aufwand für die Betreuung. TÜV Nord hat deshalb seine regionalen Strukturen erweitert. In vielen Gebieten kümmern sich inzwischen eigene Ansprechpartner um den Partnersupport, begleiten Kundengespräche und helfen bei operativen Fragen. "Bei 30 Partnern kannte jeder jeden. Mittlerweile müssen wir viel stärker darauf achten, dass Nähe und Geschwindigkeit nicht verloren gehen", so Hauser.
Nils Himstedt, Regionalleiter bei TÜV Nord Mobilität, sieht im persönlichen Kontakt einen wichtigen Faktor: "Das Partnergeschäft ist auch People Business. Wir haben uns deutschlandweit stärker aufgestellt – mit einer guten Betreuung im Hintergrund und eigenen Ansprechpartnern vor Ort. Wer die regionalen Marktverhältnisse kennt und bei Problemen schnell reagieren kann, erleichtert den selbstständigen Betrieben das Tagesgeschäft."
Neue Stützpunkte schneller ans Netz
Parallel digitalisiert TÜV Nord interne Abläufe. Die Anmeldung neuer Prüfstützpunkte soll künftig vollständig digital erfolgen. Dabei handelt es sich um entsprechend ausgestattete Autohäuser oder Werkstätten, in denen Prüfingenieure Fahrzeuguntersuchungen durchführen.
Bislang werden Formulare zwischen Betrieb, Prüfer und Regionalleitung weitergereicht. Künftig sollen die Angaben elektronisch erfasst werden. Das soll die Einrichtung neuer Standorte deutlich beschleunigen. "Früher hat das auch mal drei, vier Tage gedauert. Bald wird ein neuer Prüfstützpunkt schon am selben Nachmittag im System eingerichtet sein", betont Himstedt. Damit könnten Prüfingenieure neue Werkstattkunden schneller betreuen.
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