Volkswagen ist bei vernetzten Fahrzeugen derzeit der innovationsstärkste Autokonzern der Welt. Für die Zukunft aber droht ein großer Rückstand auf die internationale Spitze, wie die Studie "Connected Car Innovation 2026" des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach zeigt.

Während der Wolfsburger Konzern bei den bereits eingeführten technischen Neuerungen vor Mercedes-Benz und BMW liegt, fällt er in einem Ranking zur Zukunftsfähigkeit auf Platz 14 von 20 untersuchten Herstellern zurück. Die besten Voraussetzungen bei der Einführung der nächsten Generation softwaredefinierter Fahrzeuge haben demnach vor allem chinesische Unternehmen.

An der Spitze des Zukunftsrankings stehen die chinesischen Hersteller Xpeng und Xiaomi mit jeweils 97 von 100 möglichen Punkten. Dahinter folgen Tesla, Nio und Li Auto mit jeweils 93 Punkten sowie Rivian und die Huawei-Allianz HIMA mit jeweils 90 Punkten. Sieben der zehn bestplatzierten Unternehmen stammen aus China. Bester deutscher Hersteller ist BMW auf Rang zehn mit 80 Punkten, gefolgt von Mercedes-Benz auf Platz zwölf mit 73 Punkten. Volkswagen kommt lediglich auf 47 Punkte.

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Die deutlichen Unterschiede zwischen aktueller Innovationsstärke und künftiger Wettbewerbsfähigkeit erklären die Studienautoren mit dem Wandel zum softwaredefinierten Fahrzeug. Während bisher vor allem einzelne technische Neuerungen entscheidend waren, gewinnen künftig einheitliche Softwarearchitekturen, künstliche Intelligenz und die Möglichkeit zu regelmäßigen digitalen Aktualisierungen an Bedeutung. Hersteller, die ihre Fahrzeuge von Beginn an um die Software herum entwickeln, haben dabei Vorteile.

BMW und Mercedes-Benz haben nach Einschätzung von CAM-Direktor Stefan Bratzel mit ihren neuen Softwareplattformen bereits wichtige Weichen gestellt. Entscheidend sei nun, wie schnell sie die Technik in ihre gesamte Modellpalette bringen könnten. Gerade große Volumenhersteller hätten dagegen noch erheblichen Nachholbedarf. Parallele Fahrzeugarchitekturen und getrennte Softwareentwicklungen erschwerten die Einführung neuer Funktionen über die gesamte Flotte hinweg.

China überholt Deutschland

Auch bei den bereits eingeführten Innovationen hat sich das internationale Kräfteverhältnis verschoben. Im Ländervergleich hat China Deutschland bereits überholt: Auf chinesische Hersteller entfallen mittlerweile knapp 41 Prozent der weltweit erfassten Innovationsstärke im Bereich vernetzter Fahrzeuge, auf deutsche Unternehmen 35 Prozent. Zuletzt konnten die deutschen Autobauer allerdings wieder aufholen.

Für die gemeinsam mit dem IT-Unternehmen Cisco erstellte Untersuchung wertete das CAM mehr als 2.500 technische Neuerungen von 30 Autokonzernen aus den Jahren 2021 bis 2025 aus. Die Zukunftsfähigkeit von 20 ausgewählten Herstellern wurde zusätzlich anhand von 57 Kriterien bewertet, darunter Softwarearchitektur, KI-Kompetenz, Partnerschaften und Unternehmensorganisation.

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