Der Verband Deutscher Automobilhändler (VAD) will sich weiter als politische Stimme des Autohandels positionieren. Dazu ist eine Reihe von Aktivitäten geplant. Außerdem sucht er den Schulterschluss. Bei seiner zweiten Mitgliedervollversammlung am Dienstag bei der Autoland AG in Hamburg erhielt der VAD-Vorstand das Mandat, einen Antrag für eine Mitgliedschaft im Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zu stellen und über die konkreten Rahmenbedingungen zu verhandeln.
Die Überlegung dahinter: Viele politische Themen überschneiden sich. Statt in Berlin und Brüssel parallel aufzutreten, könnten Positionen in geeigneten Themen gebündelt und damit schlagkräftiger vertreten werden. Entscheidend sei aber, so der Tenor der Debatte in Hamburg, dass der VAD innerhalb einer solchen Konstruktion seine klar erkennbare Stimme behalte.
VAD-Präsident Burkhard Weller hatte zuvor den politischen Anspruch des Verbandes unterstrichen. Der VAD werde gehört und sei sichtbar, sagte Weller. Er warnte zugleich davor, die Situation der Branche schlechter darzustellen, als sie tatsächlich sei. Eine permanent negative Kommunikation könne bei Verbrauchern die Erwartung zusätzlicher Rabatte fördern.
Präsenz in Berlin und Brüssel
Geschäftsführer Kurt-Christian Scheel zog eine positive Bilanz der bisherigen Verbandsarbeit. Der VAD habe seine Präsenz in Berlin und Brüssel deutlich ausgebaut. Genannt wurden die intensiv gepflegten Kontakte im politischen Umfeld, einschließlich zahlreicher Termine in Brüssel. Dort sei die Stimme des Handels auf besonders offene Ohren gestoßen. Auch die Öffentlichkeitsarbeit soll weiter verstärkt werden. Schon jetzt hat der VAD eine eindrucksvolle Präsenz in den Medien.
VAD-Mitgliederversammlung 2026 / VAD Open 2026 in Hamburg
Parallel dazu setzt der Verband auf den direkten Austausch mit den Mitgliedern. Die bisher als "VAD Open" bezeichneten Veranstaltungen sollen künftig unter "VAD vor Ort" weitergeführt werden. Treffen gab es unter anderem in Osnabrück, bei der BFC in Northeim sowie bei KreuterMedeleSchäfer in Ulm. Für 2027 ist als erster Termin der 12. April bei der Autohaus Peter Gruppe von Vorstand Helmut Peter in Göttingen vorgesehen.
Energie-Label weiter im Visier
Inhaltlich will sich der VAD nicht verzetteln. Politik für das Auto ist das Stichwort. Klimaschutz und Elektromobilität ja – aber ohne Verbote und Quoten. Diese Grundposition müsse immer weiter verdeutlicht werden, hieß es. Ein Dauerbrenner bleibt der Bürokratieabbau. Im Fokus steht dabei die Pkw-Energieverbrauchskennzeichnung am Fahrzeug. Der Verband sieht in dem sogenannten "Kühlschranklabel" einen erheblichen bürokratischen Aufwand, dem aus seiner Sicht nur ein geringer Nutzen für die Kunden gegenübersteht. Weller verwies auf eine vom Verband herangezogene Befragung der puls Marktforschung unter 4.200 Autokäufern. Danach hätten 92 Prozent erklärt, dass sie das Label nicht interessiere.
Auch bei der Förderung der Elektromobilität positioniert sich der VAD. Die reine Förderung von Neuwagen lehnt der Verband ab. Bei künftigen Fördermodellen sollten vielmehr junge Gebrauchte und Vorführwagen berücksichtigt werden. Darüber hinaus fordert der VAD ein einfacheres und transparenteres Bezahlsystem beim öffentlichen Laden. Als Vorbild nannte Verbandspräsident Weller das Roaming im Mobilfunk: Autofahrer sollten europaweit laden können, ohne sich mit einer Vielzahl unterschiedlicher Tarife und Systeme beschäftigen zu müssen.
Deutlich wurde in Hamburg aber auch: Soll die Verbandsarbeit ausgeweitet werden, benötigt der Verband mehr Mitglieder. Entsprechend deutlich fiel der Appell aus: Möglichst jedes Mitglied solle einen weiteren Unternehmer für den VAD gewinnen. Eine Branche im Wandel brauche einen starken Verband, so Weller.
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