Mit dem bislang größten Modell der Produktpalette zielt Omoda auf junge Menschen. Auffällig ist das Design, das der Hersteller als "Super Mecha" beschreibt. Kantige Fläche, ausgestellte Radhäuser, breite Kunststoffbeplankung und Rückleuchten in Blitzform. Der Omoda X wirkt wie ein Transformer, der im nächsten Augenblick zum Roboter wird. Mecha steht für Mechanical und beschreibt im Science-Fiction-Genre große Laufroboter, in denen ein Mensch als Pilot sitzt.

Die Designsprache setzt sich im Innenraum fort. Beide Vordersitze wirken wie getrennte Pilotensitze. Geometrische Formen bestimmen das Armaturenbrett. Der Fahrer blickt auf ein 10,25 Zoll Bildschirm und in der Mitte steuert man über einen 13,2 Zoll Bildschirm im Hochkant-Format Infotainment und Fahrzeugfunktionen. Doch anders als man es beim so genannten Mecha-Design erwarten würde, werden nicht alle Funktionen per Finger auf Touch-Displays gesteuert. Das Cockpit enthält auffallend viele Knöpfe und Drehräder. Vor allem Klimaeinstellungen, wie die beheizten und belüfteten Sitze, sowie die Mediensteuerung erfolgen über haptische Regler. Der Sprachassistent kommt ohne Aktivierungswort aus.

Die Karaoke-App im Fahrzeug nutzt kein Handmikrofon. Vier einzelnen Mikrofonzonen erkennen, welcher Passagier gerade mitsingt. Damit man beim Singen die Hände frei hat, nehmen 39 Fächer im Innenraum Gegenstände auf. Das Volumen für den Kofferraum nennt Omoda nicht. Das futuristische Design des Omoda X ist keine Neuheit. Bereits beim kleineren Omoda 4 setzen die Chinesen auf den Mecha-Trend.

Das 1,92 Meter breite und 1,70 Meter hohe Auto wird mit Benzinmotor, Plug-in-Hybrid und rein elektrisch angeboten. Allerdings gibt es den Allrad-Antrieb nur mit den beiden letztgenannten Antriebsarten. Welche Version zu welchem Preis nach Deutschland kommt, verrät der Mutterkonzern Chery bei der Hausmesse noch nicht. Der Omoda X hat einen Radstand von 2,70 Meter und eine Bodenfreiheit von 20 Zentimetern. Die Wattiefe für Wasserlöcher liegt bei 70 Zentimetern. Der Crossover-SUV kann Anhänger mit bis zu 1.800 Kilogramm Gewicht ziehen.

Weitere technische Details nennt der Hersteller bei der Präsentation nicht. Weder Systemleistung, Batteriekapazität, Reichweite noch Ladeleistung werden kommuniziert. Naheliegend ist, dass die Hybridvariante auf dem Super Hybrid System basiert, das Chery im Jaecoo 7 SHS einsetzt. Auch bei der Sicherheitsausstattung sowie Assistenzsystemen gibt es keine Details. Beim so genannten "User Summit" in Wuhu präsentierte die Marke zwar ein automatisiertes Parksystem namens "Super Intelligent Valet Parking". Ob der Omoda X es erhält, ist allerdings unklar.

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Chinesischer Exportprimus

Omoda ist zusammen mit Jaecoo die Exportmarke des staatlichen Autoherstellers Chery. Nach eigenen Angaben exportiert die Doppel-Marke bereits in 79 Länder. In Europa ist das Unternehmen seit knapp drei Jahren aktiv und in 23 Ländern vertreten. In dieser Region setzt Chery bereits knapp die Hälfte aller Exportfahrzeuge ab. Seit 23 Jahren ist der Autohersteller aus der Provinz Anhui der größte chinesische Autoexporteur. Im laufenden Jahr sind es 1,55 Millionen Fahrzeuge.

Modelle der Marken Omoda und Jaecoo gibt es in China nicht zu kaufen. Sie werden speziell für den Export gebaut. Dabei übernimmt das Entwicklungszentrum in Raunheim bei Frankfurt die technische Führung und entwickelt die Fahrzeuge nach europäischen Fahrgewohnheiten. In Deutschland besteht das Vertriebsnetz aus etwas über 50 Händlern.

Der Name Omoda ist eine Kombination aus O für Sauerstoff, für Leben und Vitalität. Mode steht für einen modernen Lebensstil. Bei der Marke Jaecoo kombinieren die Kreativen das deutsche Wort Jäger mit dem englischen Begriff Cool. Die Modelle weisen Ähnlichkeiten mit Land Rover-Fahrzeugen auf. Das mag an einem Joint-Venture von Chery mit Jaguar-Land-Rover in China liegen. Die Autos vermitteln Offroad-Kapazitäten, wie sie Jäger durchaus zu schätzen wissen. Doch nun übernimmt auch der Omoda X das Offroad-Produktversprechen. Mit einer trennscharfen Abgrenzung ist es bei Automarken nicht immer einfach.


Omoda 4 HEV


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