Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung fordert die staatliche Überprüfung von Drogen durch "Drug-Checking" - einer chemischen Analyse vor dem Konsum. Die Maßnahme könne die Zahl von Drogentoten senken.

Staatliches "Drug-Checking" schützt Leben - davon ist der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, überzeugt. Denn durch die Überprüfung von Drogen auf gefährliche Beimischungen würden solche Substanzen weniger konsumiert, sagte der Virologe und CDU-Politiker in der Wochenzeitung Zeit.

Er begrüßt es, wenn Städte wie Berlin diese Maßnahme ermöglichen. Dort können Konsumenten Drogen wie zum Beispiel Kokain und Ecstasy mit Hilfe von Beratungsstellen kostenlos testen lassen.

"Drug-Checking" Beim "Drug-Checking" erfolgt eine chemische Analyse von Drogen vor dem Konsum. Eingereichte Substanzen werden auf die Inhaltsstoffe analysiert und Konsumierende über das Risiko aufgeklärt. Rund drei Tage müssen sie auf das Ergebnis warten.

Häufig untersuchte Substanzen sind Ecstasy, Amphetamin, Amphetamin-Koffein-Mischungen (Speed) und LSD. Pflanzliches Material, wie zum Beispiel Cannabis oder psychoaktive Pilze, wird nicht untersucht.

Pilotprojekte gibt es derzeit in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. In Berlin zum Beispiel ist fast jede zweite Drogen-Probe auffällig. Während in Deutschland die Bundesländer geteilter Meinung über "Drug-Checking" sind, gibt es das Angebot in 13 anderen europäischen Ländern - darunter in der Schweiz und den Niederlanden.

"Drug-Checking" ist teuer

Allerdings: "Drug-Checking" ist teuer. Eine Substanz zu überprüfen, koste im Durchschnitt 60 Euro, so Streeck.

Nach Ansicht des Sucht- und Drogenbeauftragten würden neben den Drogenkonsumenten aber auch die Behörden von der Maßnahme profitieren. Denn dadurch werde klar, welche Drogen derzeit auf den Straßen im Umlauf seien. Es ärgere ihn als Wissenschaftler, dass es bisher kein gutes Monitoring- und Warnsystem gebe.

Könnte Zahl der Drogentoten reduzieren

Mit dieser Forderung stellt sich Streeck gegen die allgemeine Linie seiner Partei. Die Union lehnt die staatlich finanzierte Überprüfung von Drogen mehrheitlich ab. Im vergangenen Jahr sind mehr als 2.130 Menschen in Deutschland an den Folgen ihres Drogenkonsums gestorben.

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