Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat sich entschieden für eine Teilnahme Israels am nächsten Eurovision Song Contest (ESC) in Wien ausgesprochen. „Ich plädiere sehr dafür, dass das möglich sein muss“, sagte Weimer am Freitag am Rande eines Treffens der EU-Kultusminister in Brüssel. Beim ESC seien „jede Form der Ausgrenzung, jede Form von latenten Antisemitismus und jede Form von Boykott fehl am Platz.“
Weimer sprach in diesem Zusammenhang über den wachsenden Antisemitismus in Europa. „Wir haben ein Problem und dieses Problem schmerzt, weil Juden in Europa zum Teil wieder Angst haben“, sagte der Staatsminister. „Wir sollten verhindern, dass jüdische Künstler, Kulturschaffende, kreative Medienleute ausgegrenzt werden.“ Dies gelte insbesondere für den ESC als „Fest der Völkerfreundschaft, der Toleranz, der Offenheit“, bei dem „Musiker und Künstler aus ganz Europa zusammenkommen“.
Das Vorgehen Israels im Gazastreifen nach dem Angriff der Hamas im Oktober 2023 hatte in vielen Ländern eine Debatte über eine israelische Teilnahme am ESC ausgelöst. Mehrere Länder, darunter Spanien, Irland und die Niederlande, drohten mit einem Boykott des Wettbewerbs, sollte Israel auch im kommenden Jahr dabei sein. Die Bundesregierung hatte die Aufrufe scharf kritisiert.
Die europäische Rundfunkunion EBU will in der kommenden Woche über Israels Teilnahme entscheiden.
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