Maler und Bildhauer Georg Baselitz ist im Alter von 88 Jahren am Donnerstag gestorben. Das erfuhr WELT aus dem Umfeld des Künstlers.
Baselitz gehört zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. Bekannt wurde er mit seinen expressiven, in grober Pinselführung gemalten und figurativen Gemälde.
Georg Baselitz – eigentlich Hans-Georg Kern – wurde 1938 im Ort Deutschbaselitz bei Dresden geboren. Zerstörung und Leid des Zweiten Weltkriegs prägten ihn. Nach einem abgebrochenen Kunststudium in Ost-Berlin siedelte er nach West-Berlin über, wo er sein Studium abschloss. Mit seinem Ölgemälde „Die große Nacht im Eimer“ sorgte er als junger Künstler für einen Skandal, das Werk galt als obszön.
Potsdam 2012: Georg Baselitz vor seinem Bild „Die große Nacht im Eimer“Mit seinen auf dem Kopf stehenden Bildern schaffte Baselitz, der seinen Künstlernamen 1961 zu Ehren seines Geburtsortes annahm, den internationalen Durchbruch. Das erste, „Der Wald auf dem Kopf“, war 1969 entstanden. Baselitz brach mit den Sehgewohnheiten, er wollte einem Motiv eine neue Dimension geben – nicht rein gegenständlich, aber auch nicht abstrakt.
Die DDR und ihr Regime waren ihm stets zuwider. 1977 etwa zog er Bilder von der Kasseler Documenta zurück, weil auch DDR-Künstler ausstellen sollten, in den Achtzigern legte er seine Professur an der Hochschule der Künste in Berlin nieder – aus Protest gegen die Berufung des Dresdener Malers Volker Stelzmann.
2010 gestaltete Baselitz die erste Künstlerausgabe der WELT. Zuletzt lebte der Künstler hauptsächlich in Salzburg.
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