Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat empört auf den Skandal um gestohlene Frauenfotos im Netz reagiert. Sie sei angewidert und wolle allen betroffenen Frauen ihre Solidarität aussprechen, sagte sie der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“.

Viele in Italien diskutieren derzeit über einen Online-Skandal: Auf einer inzwischen geschlossenen Plattform mit Hunderttausenden Nutzern sind jahrelang Fotos von Frauen gesammelt worden, ohne deren Zustimmung – sie wurden teils bearbeitet und mit obszönen sowie gewalttätigen Kommentaren versehen. Betroffen waren neben zahlreichen anderen Frauen auch Meloni, ihre Schwester Arianna, Oppositionsführerin Elly Schlein sowie Influencerin Chiara Ferragni.

Es sei entmutigend, dass es im Jahr 2025 immer noch Menschen gebe, die die Würde von Frauen mit Füßen treten und sie zum Gegenstand sexistischer und vulgärer Beleidigungen machen – versteckt hinter der Anonymität einer Tastatur, hieß es im Bericht.

Bekannt wurde der Fall durch die Lokalpolitikerin Valeria Campagna, die eigene Fotos auf der Seite entdeckte und Anzeige erstattete. Auch die Europaabgeordnete Alessandra Moretti ging gegen die Seite vor, nachdem sie herausgefunden hatte, dass dort seit Jahren Fotos und Fernsehausschnitte von ihr ohne Zustimmung verbreitet wurden.

Meloni betonte dem Bericht zufolge, man dürfe das Geschehene nicht hinnehmen, sondern müsse reagieren und Anzeige erstatten. Sie vertraue darauf, dass die Behörden die Verantwortlichen schnell identifizieren und „mit aller Härte und ohne Nachsicht“ bestrafen.

Ähnliche Enthüllungen auf Facebook

Für die 48-Jährige ist es nicht der erste Fall dieser Art. Die Vorsitzende der rechtsnationalen Partei Fratelli d’Italia (Brüder Italiens) war bereits im vergangenen Jahr vor Gericht gezogen, nachdem gefälschte Sexvideos mit ihrem Gesicht im Internet aufgetaucht waren.

Der Fall reiht sich in eine Serie ähnlicher Enthüllungen ein. Vor kurzem war die Facebook-Gruppe „Mia Moglie“ („Meine Frau“) geschlossen worden – ein digitales Archiv, in dem mehr als 30.000 Männer heimlich Fotos ihrer Partnerinnen hochgeladen und in einer Voyeur-Community obszön kommentiert hatten.

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