- 2026 fallen mehrere Feiertage auf Wochenenden, wodurch Arbeitnehmer weniger freie Tage haben.
- Linke und Grüne fordern "Ersatzfeiertage"
- Wirtschaftsvertreter sind skeptisch wegen möglicher Verluste.
Mehrere Feiertage fallen 2026 auf einen Wochenendtag. Der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober ist ebenso ein Samstag wie der Reformationstag am 31. Oktober. Der Weltkindertag am 20. September, ein Feiertag in Thüringen, liegt dieses Jahr auf einem Sonntag. Das gilt auch für den Internationalen Frauentag am 8. März, der in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gesetzlicher Feiertag ist. Für Arbeitnehmer ärgerlich, denn ihnen entgeht Freizeit.
Linke und Grünen wollen Feiertage nachholen
Politiker von Linken und Grünen sprechen sich deshalb dafür aus, bewegliche Feiertage nachzuholen. Sören Pellmann, Fraktionschef der Linken im Bundestag, verwies vor Weihnachten darauf, dass es in vielen anderen Ländern üblich ist, Ersatz für entgangene Feiertage zu schaffen: "Meine Fraktion findet, da sollte Deutschland nicht zurückstehen, und hat diese Forderung bereits mehrfach in den Bundestag eingebracht." 2026 biete guten Anlass, das Thema wieder einzubringen, sagte der Leipziger Abgeordnete.
Timon Dzienus von den Grünen äußerte sich ähnlich. "Für Beschäftigte ist es nicht nur ärgerlich, sondern auch unfair, wenn Feiertage auf das Wochenende fallen." Von gut erholten Beschäftigten profitierten auch die Arbeitgeber, argumentierte er. "Ausreichend Feiertage gehören mit dazu."
Wirtschaftswissenschaftler sehen Ersatzfeiertage skeptisch
Wirtschaftsfachleute sehen ein Nachholen von Feiertagen kritisch. Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln sagt: "Wir sind im dritten Jahr der Rezession oder bestenfalls Stagnation. Die Kosten für die Unternehmen steigen stark an, sie kämpfen damit und dieser Vorschlag würde jetzt die Kosten für die Unternehmen nochmal erhöhen."
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, Marcel Fratzscher, sprach von einer "Phantomdebatte". Er sei weder dafür, Feiertage nachzuholen noch sie abzuschaffen. "Wichtiger ist, die Qualität der Arbeit zu verbessern, also die Produktivität, dass die Menschen pro gearbeiteter Stunde produktiver sind." Durch die wegfallenden Feiertage erwarte man 2026 ungefähr 0,3 Prozent mehr Wirtschaftsleistung, erklärte Fratzscher. Das sei nicht viel und gleiche sich in anderen Jahren aus.
Zustimmung für den Vorschlag kommt hingegen von Arbeitspsychologen. Hannah Schade vom Leibniz Institut für Arbeitsforschung in Dortmund sagt, die Wirtschaft sei wichtig, sie leben aber nicht nur von geleisteten Stunden, "sondern auch von Ideen, die man hat, Aufmerksamkeit, die vielleicht im richtigen Moment Schlimmeres verhindert, Fehler, die nicht gemacht werden, und natürlich auch Innovation, die entsteht." Das alles brauche auch Erholung.
MDR (ala)
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