Nach Kritik an seiner Teilnahme an einer Veranstaltung der Vahdet-Moschee am 31. Dezember 2025 hat der Hamburger SPD-Abgeordnete Ali Kazanci nun ein Statement veröffentlicht und sich entschuldigt.

Anlass für die Kritik waren Programmteile der Veranstaltung – etwa ein Auftritt von Kindern mit Kopftüchern sowie ein Lied mit dem Titel „Karawane der Märtyrer“, die bei Beobachtern Fragen zu Gewaltverherrlichung und Geschlechterrollen aufwarfen.

In seiner Antwort erklärte Kazanci, dass er die Einladung „als örtlicher Abgeordneter im Rahmen kommunalpolitischer Kontaktpflege“ angenommen habe. Die Gemeinde sei ihm aus der Stadtteilarbeit grundsätzlich bekannt gewesen, mögliche Verbindungen einzelner Gemeindemitglieder, die politische Gesinnung einzelner Teilnehmer sowie die konkrete Programmausgestaltung seien ihm im Vorfeld jedoch nicht bekannt gewesen. „Heute ist für mich klar: Ich hätte eine entsprechende Prüfung der bekannten Teilnehmenden vornehmen und auf eine Teilnahme verzichten müssen. Dass dies unterblieben ist, war ein Fehler. Diesen Fehler bedauere ich zutiefst und bitte um Entschuldigung“, betonte er.

SPD steht hinter Kazanci

Die SPD-Fraktion Hamburg veröffentlichte ebenfalls ein Statement und begrüßte die Erklärung von Kazanci. Die Fraktion betonte, dass alle Mitglieder angehalten seien, mögliche Veranstaltungsteilnahmen sowie Gesprächspartner im Vorfeld sorgfältig zu prüfen. „Nach intensiven Gesprächen mit Herrn Kazanci sind wir weiterhin fest davon überzeugt, dass alle Mitglieder der SPD-Fraktion Hamburg uneingeschränkt zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen. Antisemitismus, die Unterstützung islamistischer oder extremistischer Akteuren, die Infragestellung des Existenzrechts Israels sowie jede Form verfassungswidriger Bestrebungen haben in der SPD-Fraktion Hamburg keinen Platz“, hieß es.

Kazanci betonte in seinem Statement, dass Gewaltverherrlichung, extremistisches Gedankengut, sogenannter „Märtyrerkult“ oder jede Form von Indoktrination „inakzeptabel und mit einem friedlichen, rechtsstaatlichen Zusammenleben unvereinbar“ seien. Außerdem stellte er klar, dass Frauen- und Kinderrechte sowie die Gleichberechtigung aller Geschlechter „nicht verhandelbar“ seien. Er bekräftigte sein Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung, seine Haltung gegen Antisemitismus und für das Existenzrecht Israels und wies darauf hin, dass es von seiner Seite „keinerlei Zusammenarbeit oder Unterstützung für islamistische oder extremistische Akteure“ gebe. Weitergehende Unterstellungen wies er zurück.

Abschließend kündigte der Abgeordnete an, künftig noch sorgfältiger zu prüfen, „welche Einladungen ich annehme“, und hob hervor, dass sein Ziel ein respektvoller Dialog mit Menschen unterschiedlicher kultureller und religiöser Hintergründe sei – „stets auf der Grundlage unserer demokratischen Werte.“

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.